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Reisebericht Südostasien Thailand - Kambodscha - Vietnam - Laos 2003


Einleitung
Dies ist nun der 5. und letzte Teil meiner 5 monatigen kleinen Weltreise 2003. Nach einer anstrengenden 16 stündigen Fahrt von der Insel Ko Phangan (Thailand) nach Bangkok trafen wir um früh 5:30 in der Nähe der Khao San Road ein. Wir hatten nach 3 Wochen "Strandurlaub" auf diversen Inseln erstmal genug davon und wollten Action. Thailand hatte mich bisher sehr positiv überrascht. Damals 2 Jahre zuvor bei meinem ersten Besuch in Bangkok 2001 war ich noch nicht so recht begeistert. Inzwischen aber hatte sich der erste Eindruck von damals Grundlegend gewandelt - Thailand faszinierte mich mit seiner Vielfalt und Abwechslungsreichtum - wenn man sich denn die Zeit nehmen konnte alles zu erkunden. Welche Richtung wir schließlich einschlagen werden (Kambodscha, Vietnam, Laos) war noch völlig unklar, doch alles der Reihe nach.
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[Richtung Myanmar und zurück] -> [dann nach Kambodscha] -> [Vietnam einmal quer durch] -> [Rundreise mit Motorrad im Norden Vietnams (Sapa)] -> [über Laos zurück nach Bangkok]

Thailand - Bangkok

05.09.2003
Kurz nach 5:30 - haben wir im Sidhi Guest House eingecheckt. Der Backpacker lag nur rund 2 Minuten von dem Backpacker - Touristenviertel um die Khao San Road entfernt in einer ruhigen verstecken Seitenstraße. Zwei Holländerinnen mit denen wir im Bus zusammen gereist waren kannten sich verdächtig gut aus und wiesen uns den Weg. Auch so früh am Morgen war das einchecken kein Problem - Ein Zimmer schön ruhig für wenig Geld sollte es sein. Für 200Bath pro Tag mieteten wir uns für 3 Tage ein.
Ach ja der Wechselkurs zum Bath betrug ca. 1Euro = 45 Bath. Das Zimmer hatte nur einen Ventilator und es war "Shared Bathroom" auf der Etage angesagt - dafür gabs aber Fenster mit Moskitogitter. Unsere Ansprüche waren inzwischen stark reduziert...aber wir waren glücklich und hauten uns erstmal total übermüdet ins Bett. Viel ging auch danach nicht mehr - tagsüber wurde es dann doch ganz schön warm in Bangkok. Es war zwar nicht schlimmer als in Singapore vor 1 Monat - aber hier wehte kaum ein Lüftchen und es kam der Dunst und Smog Bangkoks dazu, der die Hitze manchmal unerträglich machte. Am späten Abend aber kam wieder Leben in die Leute und so schlenderten wir erstmals die Khao San Straße auf und ab. Die Straße war nur für Touristen gemacht und bestand aus dutzenden Cafes, Kneipen, Massagesalons, Hostels, Reisebüros, Wechselstuben und Läden. Es gab alles das zu kaufen was die Touristen hier brauchen - gefälschte Markenware, ISIC-Studentenausweise, Internationale Führerscheine, Presseausweise, schwarz gebrannte CDs & DVDs, Rucksäcke, Sonnebrillen, T-Shirts, Schuhe ... Souvenirs UND Maßanzüge. Naja immerhin hat man alles auf einen Haufen und kann die Preise vergleichen. Natürlich durften dann Abends die Schlepper nicht fehlen die einem andauernd "Mona Lisa he!he!" , "KISS! KISS!" ins Ohr flüsterten um einen im Tuk Tuk (Motorrad Taxi) irgendwohin zum poppen zu fahren. Der letzte Schrei waren die witzig ausklappbaren Kärtchen mit halb nackten Mädels die sie einem immer vor der Nase auszuklappen gepflegten. Sobald ich allerdings mit Tomomi im Arm herummarschierte machte mich keiner mehr an - ich war ja schon versorgt ;)).
Lange überlegten wir wohin die Reise gehen sollte. Den Plan nach Nepal zu reisen gab ich auf - da erstens Christiane welche ursprünglich im erbst nach Asien kommen wollte um den Keilasch zu besteigen - abgesagt hatte. Im Moment wurde auf öfters von Ausschreitungen in Kathmandu - Nepal berichtet. Weiterhin schien eine Reise durch Myanmar (Burma) im Moment noch nicht wirklich möglich - es wäre nötig gewesen teile der Strecke mit dem Flugzeug zu unternehmen. Ich erkundigte mich in den Reisebüros vor Ort was ein Direktflug von Bangkok nach Kathmandu kosten würde - ca. 500 Dollar. Ich entschied mich dagegen. Als weitere Option war die Heimreise auf dem Landweg über Indien - Pakistan - Iran - Türkei angedacht - aber im Irak führten die Amis gerade Krieg und die gesamte Gegend war in Unruhe. Schließlich fassten wir den Plan nach Osten - Kambodscha zu reisen - unter anderem weil es einem sehr leicht gemacht wurde und überall in den Reisebüros angeboten wurde. So konnte man an jedem der vielen Reisebüros eine Tour nach Kambodscha, Vietnam, Laos buchen und die entsprechenden Visas gleich dazu. Wir buchten dann nur ein Visa - und zwar für Vietnam - weil das nämlich am längsten dauert. - und wir früher oder später wahrscheinlich durch Vietnam fahren wollten. Für Kambodscha konnte man das Visa am gleichen Tag machen lassen - für Vietnam dauert das mehrere Tage und ist zwingend nötig - an der Grenze geht das bei Vietnam laut Lonely Planet nicht. Das Visa kostete 1700 Bath und sollte 6 Tage dauern. Etwas skeptisch gaben wir unsere Pässe und je 2 Passbilder ab (wer weis ob es das Reisebüro in 6 Tagen noch gibt...).

06.09.2003
Heute erkundeten wir die Umgebung etwas gründlicher und erforschen das Bussystem in Bangkok. Eigentlich war es ganz einfach - ich versuchīs mal zu rekapitulieren. Es gab eine Menge Buslinien und Haltestellen - welche daran erkannt werden konnten dass ein Haufen Leute warteten. Die Busse hatten zum Glück Nummern und eine Tafel in der Frontscheibe die das Ziel angaben. Das Ziel konnten wir natürlich nicht lesen - es war meist in Thailändisch geschrieben. Sah der Bus modern aus - hatte er Klimaanlage und war damit teuer. War die Tafel in der Frontscheibe Gelb - war es ein Expressbus, welcher mehrere Haltestellen überspringt im Vergleich zur normalen Bus Linie. Bezahlt wurde im Bus - es gab immer jemanden der mit einer Büchse rumklapperte und Geld einsammelte. Wie viel eine Fahrt kostet hing davon ab wie weit man fahren wollte, ob Express und ob es ein Bus mit Klimaanlage war. Als Ausländer hatte man auf jeden Fall einen Bonus wenn man mal nicht weiter wusste - wir konnten ja meist den Namen der Station nicht sagen wo wir aussteigen wollten. Den Ticketverkäufer um Rat zu fragen konnte man aber meist vergessen - sie können kein Englisch (kann ja ein Schaffner bei uns auch nicht :)) und haben meist irre Stress alle abzukassieren. Zur Not wird einem die Maximalsumme abkassiert oder man fragt andere Passagiere. Die Kosten sind im Endeffekt vernachlässigbar klein. So kostete eine Fahrt von der Khao San Road zum iSetan Shoppingcenter oder zum Worldtrade Center 3,5 Bath - also nicht mal 10 Cent (mit AirCon 8,5Bath) was ungefähr 20 Minuten je nach Tageszeit dauert. Die Busse fuhren aber nicht die ganze Nacht durch - irgendwann warteten wir Abends vergebens auf eine Rückfahrt - dann bleibt nur noch Taxi. Im übrigen ist Taxi fahren genauso teuer wenn nicht billiger als Tuk Tuk (da die Taxen ein Taxameter haben und nicht so leicht bescheißen können) und ne ganze Latte bequemer & sicherer. Wenn man aber nicht weis wo man hin will nützt einem beides nichts - die Tuk Tuk Fahrer bringen einen gerne zu ihren "Schneidereien" für Maßanzüge - die Taxifahrer fahren gerne mal einen um den Block mit einer sinnlosen Ausrede. Deshalb BUS fahren! Wir fuhren also ein bisschen kreuz und quer irgendwie ging es immer weiter. Am Fluss entlang (der verdächtig viel Wasser führte und viele weggerissene Bäume mit sich trug) liefen wir durch teilweise recht schöne Parkanlagen - aber eben auch durch elendig verkommene Seitenstraßen wo die Gülle und tote Fische zum Himmel stanken. Also Bangkok hat sich zwar stark verbessert, aus meiner Sicht, aber es ist immer noch kein Vergleich mit Kuala Lumpur oder gar Singapore. Internet wurde auch noch getan (3Stunden) für 30Bath je Stunde - dabei kommt es drauf nicht wie billig das je Stunde ist sondern wie schnell - da sich zu manchen Tagezeiten einfach die Bytes einzeln durchs Netz quälten. Den Abend ließ ich bei einer Fußmassage (1h=140B) ausklingen und ein bisschen rumschmökern in den Secondhand Buchshops der Kao San Road sollten auch noch sein.

07.09.2003
Tagsüber nicht wirklich viel gemacht - die Umgebung zu Fuß erkundete und ein wenig das hohe Wasser des Flusses "Mae Nam Chao Phraya" angeschaut welcher quer durch Bangkok in den Golf von Thailand fließt. Abends ging es dann mit einem Japaner den Tomomi den Abend zuvor im Second Hand Buchladen getroffen hatte zum Essen in die Nähe des World Trade Centers. Er erklärte uns dann auch wie das mit dem Bussystem hier funktioniert... Im Riesen Shoppingcenter angekommen gab es auf der obersten Etage einen großen Foodcourt - also dutzende Theken an denen es jeweils irgendwas anderes zu Essen gab. Nach langem rumsuchen - ich konnte mich nicht entscheiden und musste das System mit der Chipkarte begreifen - entschied ich mich für grünen ThaiCurry (Trinkbecher mit Wasser war umsonst). Auf dem Rückweg kamen wir in einen heftigen Gewittersturm - alles und jeder wurde nass.

08.09.2003
Inzwischen hatten wir erstmal genug von Bangkok und wollten einen Abstecher Richtung Westen machen bis an die Grenze von Myanmar (Birma/Burma). Daher packte ich meine Sachen - d.h. inzwischen nur noch eine Gürteltasche! Ich hatte es endlich eingesehen - dass das mit der Kraxe in Asien irgendwie nicht so weitergehen kann. Also die Kraxe für 5Bath/Tag in unserem Sidhi Guesthouse einschließen lassen (generell biete diese Dienstleistung fast jeder Backpacker hier an). Dabei sollte man wie überall dran denken dass dort wo die Tasche gelagert wird - auch andere Taschen lagern und Insekten (ich meine die wirklich ekeligen) nie weit entfernt sind. Irgendwie konnte ich es noch gar nicht glauben nur mit einer Gürteltasche zu reisen - hier mal der Inhalt bzw. was ich am Leib trug:
Ausrüstungsliste SüdOstAsien:
Hygiene
  • Taschenmesser mit Nagelschere und Pinzette + Sicherheitsnadel
  • Zahnbürste + Creme
  • Rasierer und kleine Dose Rasierschaum (gibt bei jedem Seven Eleven in Thailand)
  • Sonnecreme+Wäschewaschgel+ Moskitospray
  • Duschgel+Shampoo
  • Emergency Klopapier + Taschentücher
  • Feuerzeug
  • Fieber/Kopfschmerztabletten wer unbedingt will was gegen Malaria
  • Schmeissi Spezial: (Dolobene=Gelenkschmerzen, Brandsalbe, Fenestiel=Mückenstiche, Jodsalbe, Kohle Tabletten & Imodium gegen Durchfall)
  • Kleidung
  • schnell trocknende Hose mit abzippbaren Beinen
  • T-Shirt, Unterwäsche (Boxershorts!) einmal zum wechseln
  • Badehose
  • leichte schnelltrocknende Sandalen mit Riemen zum festzurren
  • Sonnenbrille
  • für kalte Nächste - Pullover mit Kapuze und Strümpfe
  • Sonstiges
  • kleinen Rucksack (ist doch bequemer als Gürteltasche)
  • Moskitonetz+ Haken zum festmachen
  • Kamera, Speicherkarten, Akkus, Polarisationsfilter usw.
  • kleines universal Handtuch
  • Reiseführer+Karte+ Stift & Notizbuch
  • Reiselektüre wobei ein Buch reicht - denn überall kann man sein Buch tauschen oder ein neues kaufen
  • Hütten-Schlafsack also nur eine Art Bettbezug - keine Wärmfunktion! - praktisch gegen Ungeziefer, wenns windig ist, und wenn man viel schwitzt - und wenn man von der Hygiene vor Ort nicht überzeugt ist
  • Was man nicht braucht!
  • Wörterbuch kann wegfallen da was man selber als Vokabel nicht kann - andere auch nicht können
  • Hut - ist eh zu warm!
  • Schlafsack - zu warm und da wo es kalt ist bekommt man garantiert ne Decke irgendwoher
  • tausend Wechselsachen brauch nur der der keinen Bock hat jeden 2. Tag sein T-Shirt zu waschen
  • Wanderschuhe - auch mit Sandalen kann man einiges erlaufen
  • Zelt & Isomatte - wenn ich damit nochmal jemanden in Südostasien sehe kann ich einfach nur lachen
  • MP3 Player oder anderen Technikschnickschnack - wird geklaut, geht kaputt und braucht Strom
  • Spiegel, Oropax, Nähzeug, Medizin
  • Essen - schmilzt, vergammelt und zieht Kakerlaken an
  • Natürlich gehts auch mehr Basic ist eben eine Bequemlichkeitssache. Den kleinen Rucksack bekommt man für Reisen die länger als 1-2 Wochen dauern nicht wegrationalisiert....

    Kanchanaburi


    ... aber zurück zum Reisebericht. Mit der Gürteltasche dem außen angebrachten Handtuch und einer Flasche Wasser stiegen wir in den Bus Nr. 30 (8,5Bath) und fuhren zum südlichen Busterminal von Bangkok. Dabei sah ich die Gegend wieder in der wir vor gut 3 Jahren zuletzt übernachteten hatten nach der Australienrundreise 2001 . An dem Busterminal "Sai Tai Mai" warteten rund 50 Busse in einem mehr
    oder wenige großen durcheinander. Immer auf der Hut nicht von einem der freundlichen Thais doch in einen privaten Bus gelozt zu werden - fanden wir recht schnell Bus Nr. 81 Richtung Kanchanaburi. 62 Bath kostete das Ticket in dem Bus mit AirCon und los gings. Nach anderthalb Stunden waren wir im Zentrum der kleinen Stadt Kanchanaburi angekommen.
    Mit einer Rikscha (also Fahrrad mit Anhänger) fuhren wir die ca. 3 km ins Backpackerviertel. Vor dem Jolly Frog Backpacker stiegen wir schließlich aus - und erkundeten die Gegend zu Fuß. Es gab gut ein halbes dutzend verschiedene Budget Herbergsmöglichkeiten - wobei der Jolly Frog eins der teureren war und uns die vielen "Globis" auf die Nerven gingen. Irgendwo dann für 150 Bath pro Zimmer eine Nacht eingecheckt - und gleich danach noch ein Moped klargemacht. 130 Bath pro Tag sollten es sein für ein etwas ältliches Model einer Honda Dream - wir vereinbarten erstmal 5 Tage miete. Zum Ausklang gab es heute mal eine Oil-Massage (150B) - eine Stunde lang relaxen ...:)


    09.09.2003


    Mit dem Moped nahmen wir uns vor die nächsten Tage Richtung Sangkhlaburi zu fahren was nahe der burmesischen Grenze lag. Die Entfernung betrug ca. 220km. Die gesamte Strecke war durchgängig gut in Schuss (Asphalt) und es war nur sehr wenig Verkehr auf der Strecke.Die Straße führte durch eine paradiesisch grüne Hügellandschaft größtenteils entlang des "Kwae Yai/Nai Rivers"(khwae kwai) und es gab keine Touristen, die so wie wir unterwegs waren. Die Strecke versprach sehr interessant zu werden gab es doch allerhand Attraktionen laut der von Busterminal in Kanchanaburi verteilten Karte (kostenlose A4 2seitige s/w Kopie). Zuerst hofften wir eine Rundreise draus machen zu können - und eine der gepunkteten Pisten entlang des
    benachbarten Stausees zurückzufahren - aber das Wetter machte uns einen Stricht durch die Rechnung.
    Wir fuhren an der Old Railway Bridge vorbei - schauten kurz in irgendwelche Museen (war museum) rein, und besichtigten wieder mal einen heruntergekommenen Tempel. Danach einen Abstecher zu einer HotSpring (also Thermalquelle) die wir aber mangelnds Ausschilderung nicht fanden - und die Einwohner konnten kein englisch - dafür dann eine Höhle besichtigt.

    Am Nachmittag erreichten wir dann den SaiYoke Noi Waterfall es folgte noch ein Fotoshooting an einem Elefanten Camp. Eine Elefantenwanderung (also auf dem Rücken eines Elefanten durch den Dschungel und Fluss) sparten wir uns - es war uns einfach zu teuer. Dafür fütterten wir die Elefanten(-babys) mit Bananen und hatten auch so unseren Spaß.



    Eine passende Übernachtung zu finden stellte sich dann aber als echtes Problem dar. Zuerst klapperten wir ein paar der gut ausgeschilderten Resorts ab - aber die Preise waren eindeutig für Tagestouristen aus Japan und Europa gedacht und die 50 Dollar pro Nacht hatten wir einfach nicht übrig. Also weiter suchen - das Hotel an der Hauptstraße kurz vor dem SaiYoke Noi Waterfall war einfach zu schäbig (Schimmel und Ungeziefer für nur 200Bath) - im dunkeln ließen wir uns schließlich nach langem zögern bei einem privaten Vermieter für 500Bath nieder. Die riesen Hütte war komplett eingerichtet mit AirCon, Küche, TV, Bad usw.

    10.09.2003
    Den SaiYoke Wasserfall nochmal im Morgen angesehen und weiter ging es Richtung Sangkhlaburi. Unterwegs wurden wieder mehrere Abstecher gemacht unter anderem erneut zu einer der vielen ausgeschilderten Höhlen. Mittag wurde am Straßenrand in einem der aller paar Kilometer zu findenen Garküchen gegessen. Da es natürlich keine Speisekarte gab, keiner Englisch konnte und auf den ersten Blick nicht erkennbar war aus was hier was gekocht wird - war das bestellen schwer. Wir setzten uns einfach auf einen Plastik Hocker und zeigten auf unseren Mund. Wir bekamen dann auch einen Teller mit Nudeln und Suppe und Gummiähnlichen Fleischstücken - immerhin.
    Einen der häufigen Regenschauer passten wir so essend genau ab. Dann fuhren wir weiter zur "Hind Ad Hot Spring" und taten uns in den Becken der heißen Quelle gütlich (10B). Wegen der häufigen Regenschauer war der Fluss direkt neben der heißen Quelle bedächtig mit braunem Wasser gefüllt.
    Man brauchte nur einen halben Meter aus dem Becken mit dem klaren heißen Wasser zu klettern und war im eiskalten Flusswasser. Witzig war, dass in dem heißen Quellwasser anscheinend einige Krabben (über)lebten - und wir beide Angst

    hatten in die Füße gebissen zu werden. Nebenan badete eine Gruppe Mönche - die als ich sie fotografieren wollte böse wurden :). Auch hier in der Quelle sitzend regnete es wie aus Kübeln. Anschließend fuhren wir noch zum Phatat Waterfall - der aber wegen Hochwasser nur noch ein einziges Überflutungsgebiet war.

    Wir mussten mit dem Moped mehrere male durch knietiefes Wasser fahren. Die Suche nach einer Übernachtung war ähnlich kompliziert wie den Tag zuvor aber immerhin waren wir schon an die vergleichsweise hohen Kosten hier gewöhnt. Auf der suche nach einem uns empfohlenen Backpacker namens Big Mama landeten wir schließlich wieder bei einem privaten Vermieter von Hütten. Wieder für 500Bath diesmal etwas spartanischer aber trotzdem ein riesen Haus direkt am Fluss und alles sauber.

    Zum Essen fuhren wir dann etwas in der Gegend rum und fanden doch noch "Big Mama" allerdings hatten wir nun schon eingecheckt. Also aßen wir nur bei Big Mama. Big Mama hatte mehrere Flöße die als Plattform im Fluss schwammen. Auf den Plattformen befanden sich dann kleine Hütten (200B/Nacht) und ein Restaurant. Wir waren die einzigen Touristen und so kochte sie extra für uns leckere Thai Nudeln. Sie empfahl uns auch unbedingt weiter nach Sangkhlanaburi zu fahren die Landschaft sei wunderschön.

    11.09.2003
    Wir wunderten uns über die dicken Schlafdecken - aber in der Nacht freuten wir uns drüber - es wurde schon recht kalt... Bei Sonnenschein aufgewacht eine Banane zum Frühstück und die restlichen 110 km nach Sangkhlaburi in Angriff genommen.

    Es wurde eine anstrengende Fahrt - die Straße wurde zunehmend bergig so das wir manchmal nur im Schneckentempo bergauf fahren konnten. Bergab ging es manchmal mit bis zu 120kmh - aber als wir immer weiter in die wunderschöne Landschaft vorwärts kamen holten wir die Regenwolken ein.

    Dadurch mussten wir 2h vorsichtig im Regen fahren weil der Helm kaum Sicht bot und die Straße teilweise überschwemmt war.

    Aller paar Kilometer gab es Straßensperren - weil wir uns der Grenze zu Myanmar näherten und es angeblich illegale Flüchtlinge und Separatisten in der Gegend gibt. Total durchgefroren kamen wir in Sangkhlaburi an.

    In dem kleinen Dorf gab es wieder eine ausreichende Auswahl an günstigen Backpackern - mit fantastischer Aussicht über den Stausee. Nachmittags als es nicht mehr allzu stark regnete erkundeten wir die Gegend und kauften für je 30Bath Regenumhänge fürs Motorradfahren.

    Wir besichtigten zu Fuß die hölzerne Brücke für die Sangkhlaburi so bekannt ist und den etwas größeren Tempel in der Nähe. Gegen Abend hatten die Kinder des Karen Village einen heiden Spass (wir auch) in dem sie an Mülltüten gebundene Kerzen gen Himmel stiegen ließen.



    12.09.2003
    Nach einem Abstecher in ein anderes "Karen" Dorf - eine Minderheit mit eigener Tradition fuhren wir bis an die Grenze zu Myanmar über den 3 Pagoden Pass.

    Die Militärkontrollen wurden häufiger - und wir hatten keinen Pass - weil der ja in Bangkok für das Visum nach Vietnam lag.
    Insgesamt waren wir nun schon 360km mit dem Moped gefahren und hatten erstmal die Schnauze voll vom rumkutschen. Das Wetter war immer noch verregnet und so gaben wir den Plan auf eine der Nebenstraßen zu nehmen und in großem Bogen zurück nach Kanchanaburi zu fahren.
    Wir entschieden uns also kurz vor Mittag die gleiche Strecke (250km) zurück bis nach Kanchanaburi zu fahren. Den einzigen Stopp machten wir erneut bei einem


    Tempel - und zwar in einem in dem es angeblich Tiger zu sehen gab - leider was schon zu spät und wir beschlossen am nächsten Tag erneut bis hierher zurückzufahren. Übernachtet wurde direkt in Kanchanaburi in Mr. Tee Guesthouse - für 250Bath direkt am Fluss. Nach dem lecker Abendessen noch eine OilMassage - denn wir hatten beide von dem Moped fahren und der Zugluft Rückenschmerzen.

    13.09.2003
    Also wieder Richtung Sanghklaburi gefahren und dann am HighWay 323 bis zur Kilometermarke 22km gefahren -> rechts abgebogen und einige Kilometer bis zum Tiger Tempel (100B Eintritt/Person).

    Insgesamt also 42km von Kanchanaburi entfernt. Diese im Tempel lebenden Tiger lebten wohl ursprünglich hier im Dschungel - waren aber inzwischen so gut wie ausgerottet - nur die Mönche des Tempels hatten noch welche. Wir konnten die Tiger dann auch tatsächlich sehen und anfassen. Als einer der Tiger ausbüchse sperrten uns (+ noch 4 weitere Touristen) die Mönche schnell in einen leeren Tigerkäfig damit wir sicher waren...

    Der Tiger hatte sich dann wohl eins der überall umherlaufenden Ziegen geschnappt - leider konnten wir das nicht live mitverfolgen. Etwas mulmig zumute hatten wir dann eigentlich nicht wirklich bock bei einer "Tigershow ab 15:30" die Viecher anzufassen - aber für ein mehr oder weniger gelungenes Foto macht man dann doch mit...
    Wir kauften dann auch wieder einmal Bananen für uns zum Frühstück - leider hatten wir nicht mit den hier umherlaufenden Tieren gerechnet. Die waren alle absolut scharf auf unsere Bananen und die Kühe und Affen regelrecht dreist und frech, die Kühe versuchten uns durch beißen Futter abzujagen und die
    Affen zogen uns an den Klamotten und Haaren. Gegen 17:00 zurück nach Kanchanaburi gefahren und das Moped abgeben wollen. Der Besitzer war dann ganz aus dem Häuschen - er hatte inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet weil er dachte wir sind mit dem Moped abgehauen. Er hatte also nicht kapiert das wir das Moped für mehrere Tage mieten wollten - naja er war trotzdem glücklich und brachte uns noch zum letzten Bus der von Kanchanaburi nach Bangkok fuhr. Vom Busterminal in Bangkok dann zu Fuß ungefähr Richtung Khao San Road gelaufen. Als wir endlich einen Bus sahen mit einer uns bekannten Nummer (911) stiegen wir ein und landeten schließlich am uns bekannten World Trade Center WTC. Von dort fanden wir uns dann schnell zurecht und checkten schließlich wieder im Sidhi Guesthouse ein (200Bath Zimmer 311 :)). Tot müde fielen wir um Mitternacht ins Bett.

    14.09.2003
    Heute war erneut ein recht beschäftigter Tag. Wir wollten uns so schnell wie möglich auf die Reise nach Angkor Wat - Kambodscha und Vietnam machen. Wir planten mit 6-8 Wochen und hatten dafür allerhand vorzubereiten. Ich entschloss mich einen kleinen Rucksack zu kaufen - da die Gürteltasche doch etwas zu klein war für meine sieben Sachen... Für 340Bath (8Euro) wählte ich ein North Face Unikat aus - welches mir von der Verarbeitung noch am solidesten aussah. Eine kurze Hose für 250Bath und Malariaprophylaxe (für 60 Tage Cyclodoxin Tabletten 3B/Tag) wurden gekauft. Das Vietnam Visum + Reisepass musste abgeholt werden und das Ticket nach Sieam Reap (Kambodscha) klar gemacht werden. Für das Ticket bezahlten wir phänomenale 44Bath!! - für das Visum nach Kambodscha noch mal 1040Bath. Ein bisschen Rundmail und eine Thaimassage. Rucksack packen und Kraxe erneut für diesmal 60 Tage einschließen lassen, Filme kaufen (4xISO200-36er für 190B) und Batterie für die Kamera (CR2: 135B) organisieren füllten unser Tagesprogramm. Und zum Abschluss japanisch Essen gegangen "Katzudong" - Reis mit Fleisch.

    15.09.2003
    Um 6:30 hieß es aufstehen und in der Nähe unseres Guesthouses am vereinbarten Treffpunkt auf den Bus warten. Wir waren ziemlich aufgedreht - endlich wieder ein neues Land wir waren ja nun fast 1 Monat in Thailand und freuten uns auf die Abenteuer die nun folgen sollten. So schön wie Thailand war konnte es woanders gar nicht sein dachten wir - aber falsch gedacht - doch dazu später. Natürlich war weder der Minibus noch die anderen Passagiere pünktlich aber ca. um 8 Uhr also mit einer Stunde Verspätung gings los. Wir fuhren zuerst mit 9 anderen Passagieren bis um 12:00 Richtung "Aranya Prathet". Kurz vor der Grenze hielten wir für 2h - und unsere Reisepässe wurden einkassiert - um die Visas zu "organisieren". Das klappte dann auch ganz gut und in der prallen Mittagssonne wurden wir dann schließlich bis zur Grenze gebracht.

    [hier gehts weiter mit dem Reisebericht über Kambodscha - Angkor Wat]