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Besiedlung Australiens

Die weiße Besiedlung Australiens - im Überblick

Ohne Cook wäre es wohl nicht zu einer europäischen Besiedlung Australiens gekommen. Um die Zeit, als er von seiner Entdeckungsreise zurückkehrte, platzten britische Gefängnisse aus allen Nähten, besonders nachdem Häftlinge nicht mehr in die Kolonien auf dem nordamerikanischen Kontinent abgeschoben werden konnten. Es lag nahe, sie nach Australien zu verschiffen, wo sie als billige Arbeitskräfte nützlich sein konnten. Bis zu einer freien Besiedlung Australiens sollten aber noch einige Jahre vertreichen.

Die Sträflingstransporte begannen mit der Ersten Flotte 1788, zunächst nach Botany Bay, ins spätere Sydney. Auf elf Schiffen kamen fast tausend Menschen, 740 Häftlinge und Militär, aber keine freien Siedler. Erst 1793 trafen auch fünf freie Männer und zwei Familien (Bäcker, Farmer, Schmied...) ein, deren Überfahrt kostenfrei war. 1802 und 1803 kamen weitere kleine Gruppen.
Siedler konnten Häftlinge als Arbeitskräfte anstellen - kostenlos. Häftlinge wiederum waren nach Ablauf ihrer Haftzeit ebenfalls frei, oder aber konnten frühzeitig begnadigt werden, wenn sie in der Kolonie bleiben würden. Die britische Regierung erkannte, dass freie Siedler in der Kolonie notwendig wurden. Bald wurde neu ankommenden Siedler mit genügend Kapital Land gewährt und so lebten um 1820 bereits 1.300 Freie in New South Wales. Bis 1828 stieg deren Zahl auf etwa 4.500, die der gesamten weißen Bevölkerung betrug etwa 35.000.

Doch auf der Landkarte dominierten die weißen Flecken. Zwar waren weite Teile der Küste kartografiert, aber davon was weiter im Landesinneren lag, hatte kein Europäer eine Vorstellung. Viele glaubten an einen Ozean. Die ersten weitreichenden Expeditionen ins Landesinnere starteten in den 1810-ern. Der Brisbane River, an dessen Mündung eine weitere Strafkolonie entstand, die aber erst später für freie Besiedlung geöffnet werden sollte, wurde in den Zwanzigern entdeckt; 1824 wurden Wege in weite Teile des späteren Südaustraliens gefunden.

Ebenfalls in den Zwanzigern einsetzende Bemühungen, die weitere Besiedlung in die Hände privater Unternehmen zu legen, fruchteten. Diese Unternehmen rekrutierten fähige Arbeitskräfte in England oder Irland, verpflichteten sie für eine bestimmte Zeit und schickten Dutzende Schiffe.

Auf Van Diemen's Land, heute Tasmanien, lebten um 1830 bereits 14.000 Weiße, ein Drittel davon waren freiwillige Einwanderer.
1829 wurde Western Australia als britische Kolonie formiert, konnte aber zunächst nur wenige Siedler anlocken. Anders die Kolonie Südaustralien, die 1836 gebildet wurde. Hier lagen Einwanderung und Landvergabe in den Händen privater Unternehmen, die innerhalb von nur vier Jahren die Überfahrt von mehr als 12.000 Menschen, v.a. solche mit landwirtschaftlichem Hintergrund, finanzierten. Weitere kamen auf eigene Kosten.

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