rastlos - Reiseberichte aus aller Welt! Reisebericht südliches Afrika 2005 

Afrika Rundreise - Reisebericht Zimbabwe - Zambia - Botswana - Namibia


Einleitung
Herzlich willkommen zu meinem Reisebericht. Diesmal führte mich mein Jahresurlaub zum 2. mal ins südliche Afrika. Die Rundreise mit dem Auto began und endete in Johannesburg - Südafrika. Ich habe den Reisebericht in 6 Etappen nach Ländern geteilt. Zuerst besichtigen wir den Krüger Nationalpark im äußersten Osten Südafrikas. Danach gehts im 2. Teil durch das abenteuerliche Zimbabwe nach Masvingo und dann bis zum Lake Kariba. Die Besichtung der Victoria Falls und ein Abstecher nach Zambia zum Rafting auf dem Sambesi bildet den 3 Teil. Anschließend durchquerten wir das staubige und wohlhabende Botswana mit einer beinahe Besichtigung des Okavango Deltas. Im 5. Teil fuhren Tomomi und ich durch das immer wieder beeindruckende Namibia, wo wir den Etoscha Nationalpark sowie den höchten Berg des Landes - den Brandberg erkundeten. Die letzte lange Strecke von Swakopsmund (Namibia) nach Johannesburg bildet den Abschluss des Reiseberichts.

Am 21. März 2005 war es soweit, wir konnten dem miesen Wetter in Deutschland den Rücken kehren. Knapp 4 Stunden Zugfahrt von Leipzig nach Frankfurt Airport und nach 2 Stunden Warterei am Flughafen ging um 22:30 der Flug nach Windhook (Namibia). Die diesmal ausnahmsweise bei LTUR gebuchten Flüge kosteten 562 Euro pro Person (+45Euro Rail&Fly). An dieser Stelle empfehle ich gern die Flugsuche per Internet z.B.: Über die Google Flugsuche, Skyscanner oder eben flug.idealo.de. Der Flug mit Air Namibia war Holzklassen mäßig und etwas müde aber gutgelaunt stiegen wir um 10:00 Uhr Ortszeit in Windhoek um. Der Flughafen war wirklich local - eine Landebahn und die Treppe runter zu Fuß in das kleine Abfertigungsgebäude. Der Morgen war klasse - das Wetter einfach herrlich hier. Die Erinnerungen an den letzten Namibia - Urlaub 2002 kamen gleich wieder hoch und ich nahm mir erfolgreich vor auch diesmal wieder einige Tage in Namibia zu verbringen.

Denn nach einer guten Stunde hieß es wieder einsteigen und Weiterflug nach Johannesburg unserem eigentlichen Reiseziel. Der kurze Flug von 11:30 bis 13:00 war auch schnell um - das Wetter in Süd Afrika denkbar schlecht - es regnete. Zum Glück waren wir flexibel - denn wir hatten uns unseren Rundreise-Plan nur grob abgesteckt und sollte das Wetter nicht passen war die Route schnell änderbar. Eine Stunde vertrödelten wir am Airport - um Geld zu tauschen. Es galt die 4-5 Wechselstuben abzuklappern und den optimalen Kurs incl. Gebühren zu ermitteln.
Danach rechneten wir mit einer Umtauschrate von 7,7 RAND(R) = 1 Euro. Den Mietwagen bekamen wir schnell und unkompliziert bei Europcar. Dafür hatte ich zuvor ausgiebig im Netz recherchiert - da es nicht so einfach war einen Mietwagen nach Zimbabwe, Botswana und Namibia zu nehmen. Zuvor wollte ich eigentlich auch noch die Genehmigung nach Mosambik - aber das wäre dann doch zu teuer geworden. Jeder Vermieter hat andere Bedingungen und Gebühren - die weltweit bekannten (Avis, Hertz, Europcar, Budget sowie Reseller wie Holiday-Autos und FTI Touristik) waren teilweise unverschämt teuer auch LTUR langte ordentlich zu. So landete ich schließlich bei etwas billig aussehenden Webseiten die plötzlich ohne Gebühren zu superguten Konditionen ohne Selbstbeteiligung im Schadensfall genau das anboten was ich brauchte. Hier der Link RAV Rent a Vehicle: Car Rental / South Africa. Ich reservierte die kleinste Kategorie - die sich schließlich als Opel - Corsa herausstellte für 226 Rand/Tag. Darin enthalten waren unlimitierte Kilometer ohne Selbstbeteiligung und die Erlaubnis nach Zimbabwe, Botswana & Namibia fahren zu dürfen (Cross Border Fee). Also cruisen für weniger als 30 Euro/Tag mit Kassettenradio im höher gelegten Opel Corsa - wenn das nichts ist. Kilometerstand bei Abnahme 6300km :).

Teil 1: Johannesburg - Krüger Nationalpark

Kaum aus dem Flughafengelände raus - begrüßte und ein verregneter Nachmittag. Ich drehte meine ersten Runden (Linksverkehr!) durch Johannesburg - was aber dank der Karte von Europcar unproblematisch war.
Auch die Rushhour nahmen wir auf der Fahrt Richtung Krüger N.P. mit. Einige mautpflichtige Kilometer (28R + 42R) später setzte Entspannung ein und kurz vor dem erreichen der ca. 400km entfernten Stadt Nelspruit hörte es dann auch endlich auf zu regnen.
Inzwischen war es dunkel und wir waren auch ziemlich müde - jetzt noch in den Krüger N.P. zu fahren lohnte sich nicht - einen Tag Eintritt für nichts - muss nicht sein. Also suchten wir eine ganze Weile in Nelspruit umher ehe wir eine billige und brauchbare Bleibe fanden. Sämtliche im Reiseführer "Lonely Planet - Southern Africa" erwähnten billigen Hostels gabs nicht mehr oder waren sehr viel teurer als beschrieben. Die Nini Lodge Nelspurit fanden wir zufällig in einem ruhigen Wohngebiet und dort gabs dann Swimmingpool und Appartement mit Küche, Bad + Ventilator (Fan) & TV für 200R. Preise für Übernachtungen gebe ich immer insgesamt an - ansonsten gebe ich die Preise explizit pro Person an. Tja da waren wir nun im verregneten Herbst in Südafrika. So richtig kalt war es zwar nicht - aber der erwartete Hitzekoller war vorerst nicht zu befürchten. Zum Abendessen waren wir kurz vor Nelspruit bei Wimpy eingekehrt, einem Burgerschuppen mit angeschlossener Tankstelle, den es hier an allen Hauptstraßen gab (26R 1 Burgermenu mit Chips & Cola). Also brauchten wir uns nur noch hinzuhauen und 12h zu pennen.

23.03.2005
Erstmal frühstücken und shoppen. Dafür sind wir zur "Riverside Mall" in Nelspruit gefahren und dort gab es dann Shop an Shop. Eine Campinggaskartusche mit Schraubverschluss lies sich trotzdem partout nicht auftreiben - aber Brötchen, Käse und Ketschup waren kein Problem sowie eine lange Hose für Tomomi (29Rand). Noch einige Konserven und Nudelpackungen sowie Bier aus dem Liquerstore und 3 Kanister Trinkwasser vervollständigten unseren Vorrat. Benzin kostete übrigens zw. 4,1 und 4,9 Rand pro Liter also ca. 0,6 Euro :)).

Die nächsten 2-3 Tage planten wir quer durch den Krüger Nationalpark zu fahren. Der Krueger Nationalpark ist inzwischen im "Limpopo Transfrontier Park" aufgegangen und erstreckt sich über mehrere Länder hinweg von Mosambik, Südafrika und Zimbabwe mit einer Gesamtgröße von ca. 100.000km - also fast der Größe der ehemaligen DDR. Es gibt deshalb mehrere Eingänge zu dem Park und innerhalb des Parks befinden sich mehrere kleine Servicestationen in denen man übernachten und Benzin tanken kann. Wir wollten den Park über das Berg-en-dal Gate / Malelane Tor ganz im Süden betreten. Die benötige Gaskartuschen für unseren Kocher hatten wir inzwischen in einem Baumarkt gefunden und gekauft. Am Eingang zum Krueger Park wurden wir erstmal geplättet von dem doch höher als erwarteten Eintrittspreisen in Höhe von 120R p. P. und Tag.

Die Hoffnung im Park übernachten zu können zerstreuten sich dann auch als in Berg-en-dal die Touristeninfo vergeblich versuchte eine freie Hütte oder Campingplatz zu finden - alles voll weil Ostern war! Klar, Mist - auch hier war Eastern ein verlängertes Wochenende und jeder rammelte in den Krüger Park. Wir fuhren also als Day Visitors weiter und bekamen auch ordentlich was vor die Linse.

Elefanten, Giraffen, Löwen, Affen sowie allerlei kleines Wild ergabs sich im vorbeifahren aller Orten. Aussteigen durfte man zwar nicht aus dem Auto aber das brauchten wir auch nicht - es gab auch so genug zu sehen.


In Skukuza überlegten wir ob wir einfach schwarz zelten innerhalb des Camps aber irgendwie hatten wir keinen Bock zusammengequetscht irgendwo unterzukommen und so fuhren wir durch das Paul Kruger Tor - 15 Minuten vor Torschluss (18:00) wieder raus aus dem Park. In der nächstgelegenen Stadt Hazyview - 40km entfernt, gab es dann einige Backpacker in denen man sich zu vernünftigen Preisen ein Zimmer mieten konnte. Im "Big 5 Backpacker" gab es für 200R dann das gesuchte Doppelzimmer.


Das Abendessen wurde quasi vom Besitzer gekocht - der andauernd ankam und Tipps hatte wie man die Spagetti "richtig" kocht. OK Boss - er spendierte dann auch die Soße und den Käse also quasi alles. Die Soße hatte leichten "Gras" Geschmack - wer weis was er da zuvor alles reingerührt hatte. Wir verbrachten dann auch einen recht lustigen Abend auf der Terrasse - während der Besitzer drinnen kiffte...
Eine Sache habe ich fast schon wieder vergessen: Die Autovermietung sagte uns das wir vor der Einreise nach Zimbabwe noch irgendwelche Permits brauchen. Diese zu bekommen setzte ein Faxgerät oder eine Filiale von Europcar voraus. Angeblich hat Europcar im Krüger Nationalpark ein kleines Büro in der Skukuza Service Station - so dachte ich es jedenfalls. Nach einigen rumsuchen stellte sich dann aber raus das das Büro nicht innerhalb des Parks war sondern in Nelspruit - mist! Dafür war es nun zu spät - eine weitere Filiale gab es auf unserer geplanten Route nach Zimbabwe nicht - also blieb nur noch das ganze mit einem Faxgerät zusenden zu lassen. Der Versuch bei der Parkadministration in Skukuza schlug fehl - keiner der Europcar Hotlines wusste was genau ich brauche und die Verantwortliche Mitarbeiterin ist nicht erreichbar - toll - mal sehen wie die Sache weitergeht dachte ich.

24.03.2005
Auf gings erneut in den Krüger Nationalpark. Zuvor aber erstmal Frühstück im SuperSpar von Hazyview gekauft. Irgendwie war überall in dem Ort Berammlung und Unmengen Farbige unterwegs.

Im Auto aßen wir dann, während wir bei bewölktem Wetter und Nieselregen durchs Paul Kruger Gate in den Park fuhren (erneut 120R/Person). Wir wollten weiter Richtung Norden soweit wir es eben schaffen würden. Gut 250km schafften wir - vorbei an Skukuza, Satara, Letaba und einem Abstecher nach Olifants.





Die Straßen waren alle sehr gut in Schuss und Tiere gabs auch ab und zu auf der Straße. Je nördlicher wir kamen desto besser wurde das Wetter - es bestätigte sich das was über den Park geschrieben wurde - er erstreckt sich über mehrere Vegetations- und Wetterzonen hinweg.



Wir genossen die Landschaft und fuhren bei einem herrlichen Sonnenuntergang erneut etwas gehetzt aus dem Park bei Phalaborwa. Um 18:05 war das Tor bereits geschlossen aber wir konnten noch ohne "Strafgebühr" raus. Übernachtet wurde im Zelt auf der Wiese der "Elephant Walk" Lodge (100R/Zelt).




25.03.2005
Irgendwie hatten wir keine richtige Lust mehr erneut zum 3. mal in den Park zu fahren - es nervte langsam. Wir wollten mehr action und weniger Touristen. Das fahren in Park strengte ganz schön an - immer nur 60km/h und rechts und links wie beim Pilze suchen gaffen obīs was zu sehen gibt. Nach der 20. Giraffe dem 1001. Impalla oder Buschbock fährt man dann auch wirklich strich 60km/h einfach um voran zu kommen... übrigens querten wir 4 mal mobile Radarkontrollen und einmal hatte ich unheimlich Glück mit 90km/h nicht erwischt zu werden weil die Karre vor mir stattdessen raus gewunken wurde... (aussteigen aus dem Auto ist im Park verboten) Also beschlossen wir heute noch nach Zimbabwe zu fahren.

Von Phalaborwa gings die teilweise mangelhaft ausgeschilderte R71 über Gravelotte nach Tzaneen und dann die R36 nach Norden bis zur N1. Diesmal kostete die teilweise vierspurige N1 keine Maut. Die Straßensperren und Polizeipräsens wurde Richtung Grenze immer stärker und die Straße immer schlechter.
Bei brütender Hitze und dunkelblauem Himmel tankten wir in Louis Trichardt (Makhado) ein letztes Mal vor der Grenze. Am Grenzübergang Beitbridge wurde es dann ernst. Ich versuchte ein erneut mein Glück bei Europcar - um mir die angeblich nötigen Papiere zufaxen zu lassen. Die Tankstelle direkt vor der Grenze hatte zum Glück Telefon (bei dem auch kostenfreie Nummern funktionierten) und ein Faxgerät wenn man an der Kasse danach fragt. Wieder wussten die bei Europcar nichts und sagten dass ich ohne Papiere fahren sollte - super sagt das doch gleich!
Die südafrikanische Seite machte keine Probleme - nur mit den kopierten kleinen Schriebs der Autovermietung auf dem handschriftlich die Registriernummer von Karosserie und Motor stand erweckte Misstrauen war aber nach einem Telefonat kein Problem. Dann die Grenze von Zimbabwe 13:30 ....

[weiter Grenzübertritt nach Zimbabwe]