23.5. bei Abfahrt 8320km: In aller Früh aufgestanden und Wäsche gewaschen und so
waren wir um 10:00 schon abflugbereit, ab in den Süden. Die grobe Richtung
war gen Natur, hin zum Kings Gorge. Auf dem Weg dahin wurde an
einem Wasserloch gestoppt, wo es zum Baden zwar zu dreckig war, aber immerhin war's recht schön
anzusschauen. Einen Berg für mich zum raufklettern gab's auch, während Marcus und
Schmeissi am Strand rumlümmelten. Als die Touristenbusse ankamen, waren wir aber schon
wieder weg. Nächster Stopp: Hermannsburg, nur wegen des Namens. Ja, Orte
mit deutschen Namen findet man quer durch Australian. Dort verwarfen wir dann auch
die Idee mit dem Kings Gorge. Schmeissi war eh schonmal da und es hätte
Geld gekostst. Alternativplan hieß "Palm Valley", im Finke National Park. Die Strecke
versprach Offroad für Fortgeschrittene und war ohne 4WD gar nicht zu
befahren. Totzdem war ziemlich viel los da unten. Die 20km, die wir zwischen 14:00
und 16:00 zurücklegten, führten dann auch über Sand, Steine, runde und spitze,
Felsen, an einem Zeltplatz vorbei und ein Flußbett entlang. Erst am Ende
dieser Etappe wurde dann klar, warum das Ding "Palm Valley" heißt. Da stand,
eingerahmt von roten Felsen links und rechts, ein kleiner Palmehain, seltene
Spezies irgendwas - und richtig schön. Hierher zu kommen hatte
sich bereits gelohnt. Der 4WD-Track war zu Ende, stattdessen gabs einen
Wanderweg. Das Wandern hoben wir uns für morgen auf. Ich bin nochmal auf ein
paar Felsen raufgeklettert, während die andern beiden unten schon die ersten
XXXX aufmachten.
Weg wollten wir hier heute nach nicht mehr.
Nach vier oder fünf
Bier packte jemand den Vodka aus, die Herren Oakenfold und BT boten die musikalische Untermalung,
und es dauerte nicht lange, und im Palm Valley wurde gefeiert, wie's die Palmen
noch nicht erlebt hatten. Dabei hatten sie an diesem Abend noch Glück, denn nur
mit Mühe konnte ich Schmeissi im Suff davon abhalten, die Axt aus dem Auto zu holen und eine davon wegzurocken. Irgdenwann rollten wir die Matten auf dem Felsen aus und gingen schlafen, außer Schmeissi, der schlief auf dem Autodach, wegen der Schlangen.
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24.5., bei Abfahrt 8590km: Der erste Landrover kam so gegen 8:00. Gehört haben wir ihn schon um 7:45. Neben den Überbleibseln des letzten Abends räckelten wir uns aus unseren Schlafsäcken, außer Schmeissi, (die Schlangen). Bevor die Landroverinsassen an uns, verpennt und in Unterhose, vorbei wanderten, räumten Marcus und ich schnell notdürftig auf. Das war wohl auch gut so, ist schließlich ein Naturschutzgebiet das. Dann war es Zeit für uns, eine kleine Runde wandern zu gehen. Der Weg durch rote Felsbrocken und Wasserlachen im Tal entlang hatte etwas urtümliches, genau das Richtige für vorm Frühstück. Zurück ging es auf dem Kamm. Als wir um 9:00 wieder am am Auto waren, hatten sich bereits gut ein dutzend Geländewagen eingefunden. Hier wurde es entschieden zu voll. Nix wie weg. Zurück ging es, am Zeltplatz vorbei (Zeit für eine schnelle Dusche), durchs Flußbett, über Felsen, spitze und runde Steine, Sand und schnell waren wir auf der Straße zum Uluru. Laut Karte führten dahin zwei Wege: 450km auf Asphalt , oder quer durch den Busch auf 4WD-Tracks, 250km. Wir entschieden uns spontan für Option 2. Das brachte uns direkt wieder in den Finke National Park und sollte am Boggy Hole vorbeiführen. Noch standen wir auch unter dem Eindruck, die Palm-Valley-Zufahrtsstraße wäre richtiges Offroad gewesen. Nix da. Der Boggy-Hole-Weg war Hardcore. Der "Weg" war oft kaum auszumachen, hier gab es steile Dips, nur noch spitze Steine (alles sauholperig), und tiefen Sand, tief genug jedenfalls, um darin stecken zu bleiben. Für die 20km hier brauchten wir über 3 Stunden. (Trotzdem, nichts, was ein Australier nicht in einer geschafft hätte, glaube ich.) Gegen 14:30 kamen wir dann an einen See und an einem Campingplatz an, den ein dort aufgestelltes Schild als solchen kennzeichnete - und zwar nur das Schild. Ohne das, sah es dort aus wie überall sonst. Wir beschloßen erstmal hier zu bleiben und Nudeln zu kochen. Währenddessen kamen zwei weitere 4WDs an, mit Anhänger und Familie. Die hatten genausowenig wie wir erwartet, so weit draussen andere Leute vorzufinden und waren ähnlich erfreut darüber, so dass sie sich sofort wieder verpissten, wenigstens ein Stück weiter weg. Wir legten eine ausgedehnte Pause ein und fanden heraus, dass der Weg zum Uluru hier warscheinlich zu Ende war. Was man davon noch erkennen konnte, war mit Pollern verbaut. Umfahren war auch nicht möglich. Auf unserer Seite des Ufers ging es auf jeden Fall nicht weiter. Schöne Karte. Ich noch fix auf einen Berg rauf, Foto gemacht, und wieder runter. Unten gabs Nudeln. So schön es hier draussen auch war, vom Autofahren hatte ich jedenfalls erstmal genug.
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25.5., bei Abfahrt 8660km:Die Nacht hier draussen, wie die letzten Nächte überhaupt, war saukalt. Obwohl die Sonne schien, wurde es dann bei der morgentlichen Dusche auch nicht wärmer (die Ungeduld). Gegen 11:00 ging es dann los, mal wieder zum Uluru. Weil sich der Weg (?) zum Kings Canyon am anderen Ufer als völlig unpassierbar erwies, mußten wir auf dem selben Weg zurück, auf dem wir gekommen waren. Diesmal ging es schneller, danach hatte aber auch Schmeissi keinen Bock mehr auf Offroad. Auf dem 450km Asphaltweg kamen wir mal wieder nach Alice Springs, rechtzeitig zum Lunch beim Red Rooster, dann gings aber auch gleich weiter, Richtung Ayers Rock. Auf dem Weg dahin wurde ein Meteoritenkrater als touristische Attraktion angepriesen. Weil den zu Besichtigen nichts kostet, ließen wir uns den auch nicht entgehen. Da es für heute sowieso nichts mehr mit dem Uluru werden würde, wollten wir uns das Loch mal anschauen, und dann irgendwo einen Zeltplatz (= einenPlatz zum zelten) finden. Das Spannendeste am Krater war das Kamel, das sich im Hintergund des Fotos räckelt. Deshalb weiter. Gegen 18:00 sind wir dann von der Piste runter und in ein Feld eingebogen. Dort war es ruhig. Krater gab es auch und irgendwie konnten wir uns des Eindrucks nicht erwähren, dass die anatomisch wohlgeformt waren. Bei Schmeissi hießen die schnell nur noch Tittenhügel. Erst am nächten Tag, ein Stück weiter die Piste runter passierten wir auch einen Wegweiser, der die Moomooroos, wie sie wohl heißen, auswies. Egal. Jetzt trugen wir erstmal Feuerholz zusammen, stellten die Stühle auf und richteten uns häuslich ein. Hier wollten wir bleiben. Durch Büsche und Hügel war der Platz von der Straße her nicht einsehbar. Die war gut 200 Meter entfernt. Ab und an sah man eine Staubwolke darauf vorüberziehen. Als wir das erste Bier aufmachten lief eine Handvoll Kühe vorbei und guckten uns blöd an, weil wir mitten auf deren Weide zelteten.
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26.5., bei Abfahrt 9013km:
Ayers Rock Tag, diesmal wirklich. Heute kamen wir auf die
asphaltierte Zufahrtsstraße zum Uluru (noch 200km). Kurz darauf war der Tank
alle. Wahrscheinlich ist Marcus so schnell gefahren, das der Subtank nicht
mit
umpumpen hinterher kam, jedenfalls blieben wir einfach stehen. Na super. Ich hatte
noch so im Ohr, dass man Diesel, besonders die, mit Einspritzer, niemals
leerfahren darf, was weiß ich weswegen. Da half nix. Kanister hatten
wir hinten drinne, und einer davon wurde jetzt in den Tank hineinentleert. Marcus dreht
den Zündschlüssel rum, alle bangen, der Anlasser jammert, nichts passiert. Noch
ein Versuch. Noch einer und dann noch einer. Schmeissi springt hinter auf der Stoßstange auf
und nieder, ich wackele von
der Seite um das Diesel gleichmäßig in den Leitungen zu verteilen (hilft
das?). Nach dem dreissigsten Startversuch und nach etwa zehn Minuten, als wir
schon drauf und drann waren, den ADAC Australiens anzurufen, und zu
riskieren, AVIS gegenüber rechtfertigen zu müssen, wieso wir uns mit deren inzwischen über und
über mit rotem Staub bedeckten Auto im Northern Territory rumtereiben, sprang
er - Gott sei Dank - doch an. Aufatmen. So ging es weiter,
vorbei an einem Felsen linkerhand, der zwar genauso aussieht, wie
der Uluru, dessen touristisches Potential aber noch unbekannt ist, hin zum Ayers
Rock Resort. Das Ayers Rock Resort: die Siedlung zum Felsen. Hotels, Pools, ein
eigener Flughafen für die, die nicht so viel Zeit wie
wir haben, sich mit dem Auto ins Zentrum zu dümpeln, um sich das
Wahrzeichen anzuschauen. Hier kostet alles Geld. Unser Mittagsburger für 6,60AUD
und nur nach vietrtelstündigem Anstehen war nur mäßig gut. Aus Protest zahlte
Marcus auf der Rückbank zwischen hochgestapelten Kisten dann auch keinen Eintrit für den National Park. Eine
extra für den Felsen angelegte Straße führte direkt darauf zu.
Und da war er dann, der Felsen. Gegen halb drei liefen wir
in dem Uluru-Parkplatz ein und unsere Wege trennten sich. Marcus und Schmeissi, der schonmal
hier war, aber nicht raufgeklettert ist, hatten sich vorgenommen, den Felsen zu
besteigen. Ich ging ihn derweil umrunden. Sechs Kilometer oder so war der Wanderweg lang und
man bekommt ganz gut einen Eindruck von der Größe und Bedeutung
dieses Felsens für die Ureinwohner. Vorsrpünge, Spalten, Wasserlöcher; alles mit einer spirituellen Bedeutung
und so heilig, dass man fast nichts davon knipsen darf. Das hat man
nun davon, wenn man sich aus Respekt vor der Tradition der Ureinwohnern
ihrer Bitte fügt, nicht drauf zu klettern, auf den Berg. Hätte
ich gewußt, dass man hier unten auch nix darf, wär's mir egal gewesen...
Die Strecke hatte ich dann doch ein wenig unterschätzt. Als ich nach gut 1:45
zurückkam, waren auch Marcus und Schmeissi schon wieder unten.
Am Uluru gibt es zwei Parkplätze, von denen man ihn im Sonenuntergang fotografieren kann. Einen für PKWs, einen
für Busse. Wir fuhren zu dem für Busse, weil der weiter
weg ist und kochten Nudeln. Zum Sonnenuntergang waren dann auch an die 100
Busse da und alle fotografierten wie wild den Felsen im Sonnenuntergang. Wir auch.
Inzwischen hatten wir auch ausgekaspert, wie es denn von hier eigentlich
weitergehen sollte. Weil wir von Buckelpisten und Holperstrecken gehörig die Schnautze voll
hatten, und weil wir keine Genehmigung für die Durchquerung von Aboriginal
Land hatten, die wir benötig hätten, um die Canning Stock Route
nach WA zu nehmen, wurde diese Idee vom Schmeissi dann auch verworfen. Stattdessen wollten
wir, erstmal, nach Alice Springs und von dort aus weitersehen. Als
die Sonne untergegangen und der Film voll war, gings noch eine Stunde durch die
Nacht, in die Richtung, aus der wir am Morgen gekommen waren.
Auf einem Rastplatz am Wegesrand wurde lagergefeuert und gezeltet.
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27.5., bei Abfahrt 9470km: Die Nacht war auch hier kalt. Ohne Frühstück und Dusche gings los. Dusche wurde an einem Caravanpark nachgeholt, Frühstück wurde erst Mittag gegessen, und zwar bei McDonals in Alice Springs. Tanken mußten wir auch, für 170AUD. Das tat weh. Bei BI-LO wurden die Lebensmittelvorräte aufgestockt, im Liquorstore die Vorräte an XXXX, im Hostel, in dem wir ein paar Tage zuvor übernachteten, die Wasservorräte. Nette Leute. Als wir dann schließlich soweit waren, dass es losgehen konnte, war es 15:00. Wir wußten inzwischen auch, wo wir hinwollten: Zu den Devil's Marbles, kurz vor Tennant Creek, von denen wir in eben diesem Hostel einige spektakuläre Fotos gesehen hatten. Tennant Creek war gut 550km von hier weg und um noch Fotos schießen zu können, mussten wir vor Sonnenuntergang dort sein. Der ist für gewöhnlich so gegen 18:30. Das hieß, wir hatten für die Strecke nur gut drei Stunden und ein bisschen...
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