Die Geschichte Ungarns

Von den Anfängen bis zu den Magyaren

Stephanstag in Ungarn
Mit dem Stephanstag feiern die Ungarn am "Fest des Sommerendes" zugleich ihren Staatsgründer und Schutzheiligen Stephan.

Die Anfänge des heutigen Ungarns liegen etwa im 8. Jhdt., zu dieser Zeit fielen die berittenen Magyaren in das Gebiet ein, besiedelten es und weiteten das ganze Territorium großflächig aus. Die Magyaren waren ursprünglich ein Nomadenstamm aus dem Wolgagebiet, doch die allerersten Menschen in Ungarn waren sie bei weitem nicht. Funde von menschlichen Knochen beweisen, dass schon vor 500 000 Jahren erste Jäger dort ihr Unwesen trieben. Später dann gesellten sich die Römer dazu und unterwarfen die ganze Region, bis letztlich auch noch die Hunnen in das Gebiet einfielen. Ihr Reich bestand immerhin so lange, bis die bereits erwähnten Magyaren das Land eroberten. Der Volksstamm genießt noch heute große Achtung bei den Ungarn. Im Jahr 1000 wurde Stephan I. zum ersten ungarischen König gekrönt. Auch gegenwärtig sind noch viele Straßen und Plätze nach diesem Herrscher benannt. Stephan I. war es auch, der maßgeblich die Christianisierung des Landes vorantrieb. Knapp 200 Jahre später war es mit dem magyarischen Königshaus wieder vorbei, nun stritten andere Mächte um die Vorherrschaft. Doch fremde Könige hatten einen schweren Stand im Land der Ungarn. Im 15. Jhdt. schließlich entschied sich der machtvolle Adel für Matthias Corvinus als neuen Herrscher.

Die Türkenherrschaft

Schon zu Beginn des 16. Jh. hatten es die Türken auf das ungarische Reich abgesehen. Im August 1526 erlitt Ungarn eine schwere Niederlage gegen das türkische Heer und machte so den Weg für die Türkenherrschaft frei. Doch nicht nur Ungarn drückte seinen Unmut über die neuen Verhältnisse aus, auch Österreich wollte seinen Anspruch auf das Land nach dem Tod des amtierenden ungarischen Königs geltend machen. Im Verlauf dieses Zerrspiels wurde Ungarn in drei Teile gerissen. Das Kernstück, also die Gebiete um Pécs und Szeged, wie auch der Norden gingen an die Osmanen. Ein Teil blieb zwar selbstständig, unterstand jedoch der Oberherrschaft des Fürstentums Siebenbürgen, der Rest blieb habsburgisch. Die Türkenherrschaft und vor allem die damit verbundenen Gefahren waren lange Zeit eines der beliebtesten Motive der Malerei des 17. und 18. Jhdt. Gegen Ende des 17. Jhdts. eroberten die Habsburger das Land von den Osmanen zurück. Noch heute finden sich zahlreiche Relikte der einstigen Türkengesellschaft. Vor allem die osmanischen Dampf- und Heilbäder haben sich bis heute erhalten und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Ungarn und die Habsburger

Ungarn Geschichte

Alle Unabhängigkeitsversuche gegen die Habsburger waren zunächst zum Scheitern verurteilt. Erst ab 1825 erhielt Ungarn im Zuge von Reformen einen eigenen Ministerpräsidenten. Mitte des 19. Jhdts. sinkt Ungarns Landesstatus auf die einer österreichischen Provinz hinab. Proteste und revolutionäre Handlungen bleiben nicht aus und werden letztens von Erfolg gekrönt. Kaiser Franz Joseph sieht sich letzten Endes dazu gezwungen einen Ausgleich zu schaffen und erkennt Ungarn im Jahr 1867 als gleichberechtigten Partner an. Die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie hatte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Bestand.

Ein selbstständiges Ungarn (1918-1945)

Mit den Folgen des Ersten Weltkrieges war auch die Habsburger Herrschaft in Ungarn beendet. Allerdings verlor das Land im Zuge des Vertrages von Versailles-Trianon zwei Drittel seines Staatsgebietes an die Nachbarländer. Im Zweiten Weltkrieg näherte sich Ungarn dem Faschismus an und zog 1941 mit den Deutschen in den Krieg gegen die Jugoslawen. Die ungarische Herrschaft suchte jedoch bald den Waffenstillstand mit den Alliierten und wurde im Zuge dessen schon bald selbst von den Deutschen besetzt. Mehr als 40 000 Juden fielen den Nazis beziehungsweise der nationalsozialistischen ungarischen Partei der Pfeilkreuzler in den Jahren 1944-1945 zum Opfer.

Ungarn bis heute

1946 wurde Ungarn endgültig zur Republik, schon drei Jahre später zur sozialistischen Volksrepublik. Volksaufstände und Proteste wie der Aufstand im Jahr 1956 wurden zum Teil blutig niedergeschlagen. 1989 siegten die Reformkräfte und der Eiserne Vorhang an der Westgrenze fiel. Abermals wird Ungarn Republik. 1999 wird das Land Mitglied der NATO und 2004 ein Teil der EU.

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