Kunst und Kultur in Thailand

Kunst und Kultur in Thailand
Kerzenskulpturen bei einer Prozession zu Khao Phansa, dem Kerzenfest

Die ursprüngliche thailändische Kunst wurde stark durch den Buddhismus sowie animistische und hinduistische Einflüsse geprägt, da die Thai nach ihrer Einwanderung viele kulturelle Elemente der bereits angesiedelten Völker übernahmen. Ebenso beeinflussten die Kulturreiche China und Indien die Entwicklung der thailändischen Kunst. Einst orientierte sich Kunst allein an religiösen Hintergründen und konzentrierte sich daher auf die Ausschmückung religiöser Stätten mit Wandgemälden, Buddhafiguren und Holzschnitzereien.

Literatur und Malerei

Die Literatur Thailands existierte bis ins 20. Jahrhundert nur in Form von Versen, die sich um religiöse, mythologische und aristokratische Themen drehten. Ein bis heute sehr bedeutendes Werk der Zeit ist der Heldenepos Ramakien, das seinen Ursprung in indischen Sagen hat. Erst mit dem 20. Jahrhundert fanden die Prosa und mit ihr Alltagsthemen Eingang in die Literatur.

Die bildende Kunst diente im alten Thailand lediglich der Verzierung von Tempelwänden. In Wandgemälden wurden religiöse Szenen aus dem Leben Buddhas dargestellt. Erst im 19. Jahrhundert gewannen die bis dahin zweidimensionalen Malereien Perspektive. Gemalt wurde mit Temperafarben. Bedeutende Werke findest du in den Tempeln Wat Suthat (Bangkok) und Wat Suwannaram (Thonburi). Vertreter der traditionellen Malerei sind Fua Hariphitak, Chalerm Nakeeraksa, Sanit Dispandha und Tawee Nanthakwang. Inzwischen wächst in Thailand auch die Bedeutung der Gegenwartskunst. In Bangkok bekommst du im 2009 eröffneten Bangkok Arts and Cultural Centre einen Einblick in die lebendige Kunstszene Bangkoks. Auch Chiang Mai im Norden Thailands gilt als pulsierendes Zentrum zeitgenössischer Kunst. Bedeutende Gegenwartskünstler sind Chakrapan Posayakrit, Chalermchai Kositpipat und Tawan Dachanee.

Musik, Tanz und Theater

In der thailändischen Kunst spielen verschiedene Theaterformen, die sich absolut von westlichen Theateraufführungen unterscheiden, eine wichtige Rolle. Tanz, Musik und Theater sind eng miteinander verwoben. Thematisch stehen Heldenepen im Mittelpunkt dieser Kunstrichtung. Die älteste Form ist der thailändische Maskentanz Khon, welcher von Darstellern in bunten Kostümen und mit aufwendig gestalteten Masken interpretiert wird. Er galt einst als Unterhaltungsform am Hof des Königs. Daneben existiert eine Form des Volkstheaters, Lakhon Nok, mit seinen alltagsnahen und amüsanten Geschichten, die bei Dorf- und Tempelfesten vorgetragen wurden. Davon leitete sich Lakhon Nai als höfische Variante des Tanztheaters ab. Tradition haben auch die Schattentheater (Nang Yai), bei welchen mit Figuren aus Leder Schatten auf eine halbtransparente Leinwand geworfen werden. Ein Erzähler gibt die dargestellte Geschichte wieder.

Die traditionelle Musik der Thailänder kam und kommt bei religiösen Zeremonien, festlichen Anlässen oder Dorf- und Tempelfesten zum Einsatz. Sie ist durch die Verwendung bestimmter Musikinstrumente charakterisiert: Bronze-Gongs, Trommeln, Becken, Oboe, Bambus-Flöte und Bambus-Xylophon bilden die Grundlage.

Noch heute wird die traditionelle Musik gepflegt. Jedoch haben inzwischen auch moderne westliche Klänge eine breite Hörerschaft gewonnen. Alles, was durch westliche Musikrichtungen (Pop, Rock, Hip Hop, Punk, Reggae usw.) beeinflusst ist, wird oft unter dem Begriff “Thairock“ subsummiert. “Phleng Phuea Chiwit" steht für eine Musikrichtung, die sich am besten mit Folk vergleichen lässt und sozialkritische sowie politische Themen aufgreift. Der bekannteste Vertreter ist die Band Caraboa.

Eine Art moderne Volksmusik versteckt sich hinter der Stilrichtung “Luk Thung“. Die einst traditionelle Volksmusik vermischte sich in den 80er Jahren mit der Popmusik und gewann somit auch das Interesse der jüngeren Thailänder. Diesem Genre gehören die beliebten Sängerinnen Jintara Poonlarp und Siriporn Amaiporn an.

Filme

Die Filmindustrie kam in Thailand in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in Gang und erreichte im Inland große Beliebtheit. Die Hochphase erlebte der thailändische Film in den 1960er Jahren, geprägt von den Regisseuren Mit Chaibancha und Petchara Chaowaraj. Mit der Hollywood-Maschinerie konnte Thailand jedoch nicht mithalten, so dass der Einfluss der einheimischen Filmproduktionen in den 80er und 90er Jahren deutlich zurückging. Besonders dominant sind im thailändischen Film seichte Komödien. Inzwischen ist jedoch eine neue Generation an Filmemachern gereift, die mit ihren sozialkritischen, anspruchsvollen Filmen zum Teil auch auf Filmfestspielen im Ausland Anerkennung findet, jedoch im Inland eher weniger Erfolge feiert. So zum Beispiel die Erstlingswerke von Pen-Ek Ratanaruang: “Fun Bar Karaoke“ (1997) und “Ruang Talok 69“ (1999). Der finanziell erfolgreichste Film hingegen wurde der Historien-Film “Suriyothai“ (2001), welcher mit hohem finanziellen Einsatz ein Stück thailändische Geschichte erzählte. Beim ausländischen Publikum aber scheiterte der Streifen. Aufmerksamkeit im In- und Ausland ernteten beispielsweise “15 Kham Düan 11“ (Jira Malikul, 2002), “Faen Chan“ (sechs Jungregisseure, 2003) und “Ong Bak“ (Prachya Pinkaew, 2004).

Feste und Feiertage

Songkran in Thailand
Das Wasserfest Songkran in Thailand ist ein nasses Vergnügen für alle Bevölkerungsschichten.

Die Feste und Feiertage Thailands lassen sich in zwei Kategorien teilen: die buddhistischen Feiertage, die sich nach dem Mondkalender richten, und die offiziellen Feiertage. In Thailand sind Brückentage gängige Praxis. Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf ein Wochenende, so ist der darauffolgende Montag frei. Zusätzlich zu den religiösen Festen findet in jedem Tempel einmal im Jahr eine große, mehrtägige Feier statt, an welcher extra angereiste Pilger teilnehmen. Neben religiösen Zeremonien bestimmen auch unterhaltsame Veranstaltungen die Festlichkeiten. Wir wollen dir einen kleinen Überblick über die thailändische Feste und Feiertage geben.

Neujahr: 01. Januar, offizieller Feiertag

Chinesisches Neujahrsfest: Neumondtag zwischen Januar und Februar, es wird von der chinesisch stämmigen Bevölkerung drei Tage lang mit vorwiegend familiären Feierlichkeiten begangen; kein gesetzlicher Feiertag

Magha Bucha: Vollmondtag zwischen Januar und März, Lichterprozessionen zur Erinnerung an eine Wundererscheinung bei einer Rede des Buddhas

Chakri-Tag: 06. April, König Phra Phuttayodfa Chulalok wird als Begründer der noch heute herrschenden Chakri-Dynastie geehrt. Tipp: nur an diesem Tag kannst du das Pantheon (Prasat Phra Thepidorn) im Königspalast Wat Phra Keo (Bangkok) besichtigen.

Songran: 3. bis 15. April. Das thailändische Neujahrsfest nach buddhistischem Brauch; auch als Wasserfest bekannt, da die besten Wünsche fürs neue Jahr in Kombination mit gegenseitigem Nassspritzen überbracht werden. Was einst als respektvolle Waschung zur “inneren Reinigung“ gedacht war, führt heute häufig zu exzessiven Wasserschlachten.

Tag der Arbeit: 01. Mai.Wie auch der Neujahrstag ist dies ein gesetzlicher Feiertag, übernommen aus dem westlichen Kulturkreis, der für die Thailänder jedoch keine tiefere Bedeutung hat.

Krönungstag: 05. Mai. Zu Ehren des herrschenden Königs Bhumiphol Adulyadej (Rama IX.), der an diesem Tag im Jahr 1950 in Bangkok zum König gekrönt wurde.

Königliche Pflugzeremonie: Mitte Mai. Eine symbolische Zeremonie, die durch einen königlichen Stellvertreter (meist der Landwirtschaftsminister) abgehalten wird und eine Vorhersage über Ernteerträge geben soll. Ein Reiskorn aus der Zeremonie unter das eigene Saatgut gemischt, soll den Bauern eine gute Ernte sichern; kein gesetzlicher Feiertag

Visakha Bucha: Vollmondtag zwischen Mai und Juni. Einer der wichtigsten buddhistischen Feiertage, an dem der Geburt, der Erleuchtung und dem Tod Buddhas gedacht wird. Dies erfolgt mit umfangreichen Tempelzeremonien, Gebeten und Kerzenprozessionen.

Asanha Bucha: Vollmondtag im Juli. Erinnert an die erste Predigt Buddhas und die darauf folgende Gründung des Ordens Sangha. Es werden Kerzenprozessionen um das Hauptgebäude des Tempels durchgeführt. Der folgende Tag, Khao Phansa, ist ebenfalls ein Feiertag, mit dem eine dreimonatige Fastenzeit beginnt. Diese Feiertage stellen auch den Zeitpunkt dar, an welchem die jungen Männer für eine Dauer zwischen fünf Tagen und drei Monaten ins Kloster gehen - ein Ritual, das fast jeder junge Thai zum Studium der buddhistischen Lehre praktiziert.

Geburtstag der Königin Sirkit: 12. August. Gilt auch als thailändischer Muttertag.

Chulalongkorn-Tag: 23. Oktober. Todestag des Rama V., der mit seiner beschwichtigenden Außenpolitik Thailand vor der Kolonialisierung durch die Europäer bewahrte.

Loy Krathong: Vollmondtag im November. Ein Lichterfest zur Ehrung der Wassergeister. Kleine Boote aus Bananenblättern, beladen mit brennenden Kerzen, Räucherstäbchen und Blumen sowie allem Ärger, aller Traurigkeit und den “Verschmutzungen der Seele“, werden zu Wasser gelassen. Besonders ausgiebig wird dieses Fest in den Ruinen von Sukhothai und in Chiang Mai begangen; kein gesetzlicher Feiertag

Geburtstag des Königs: 05. Dezember. Nationalfeiertag und Vatertag; Große Festlichkeiten in Bangkok

Verfassungstag: 10. Dezember. An diesem Tag wurde 1932 die erste Verfassung verabschiedet und der Übergang von der absoluten zur konstitutionellen Monarchie vollzogen

Silvester: 31. Dezember. Ein gesetzlicher Feiertag, ohne herausragende Bedeutung

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