Die Geschichte Südafrikas

Das Land am Kap war bereits lange vor der heutigen Zeit besiedelt. Viele archäologische Funde zeigen, dass nicht nur der moderne Mensch (Homo sapiens) hier lebte, sondern auch seine Vorfahren. Westlich von Johannesburg sind Archäologen in riesigen Ausgrabungsstellen, auf den Spuren der Wiege der Menschheit.

Handelsniederlassung und Zuflucht für Seefahrer

Die Geschichtsschreibung Südafrikas beginnt jedoch erst in 1652, als der Niederländer Jan van Riebeeck das Kap erreichte und eine Versorgungseinrichtung für Ostindienfahrer baute. An dieser Raststation konnten die Handelsschiffe ihren Proviant auffüllen. Die holländischen Siedler breiteten sich im 17. und 18 Jahrhundert immer weiter nach Norden und Osten aus. Als sie um 1770 die Grenze zu den Bantu erreichten, gab es einige Kriege gegen die dort ansässigen Xhosa. Mit der Zeit holten sich die Siedler Sklaven aus Indien, Madagaskar und Indonesien. Die Nachfahren dieser Sklaven leben noch heute am Kap.

Koloniale Machtspiele

Im Jahre 1797 besetzten die Briten das Kap, 1802 bekamen es die Niederländer zurück und 1806 holten es sich die Briten wieder. Es gab weiterhin Kriege mit den Xhosa, als die Briten ihre Kolonie vergrößerten. Als Großbritannien 1833 die Sklaverei verbot, wichen die Siedler, die wirtschaftlich auf die Sklaven bauten. nach Norden und Osten aus. Sie gingen vor allem nach Transvaal und Natal, wo es 1838 zwischen den Buren und den einheimischen Zulu zur Schlacht am Blood River kam. Als die Briten ihr Gebiet weiter vergrößern wollten, wehrten sich die Buren im Ersten Burenkrieg (1880-1881). Nachdem man gegen Ende des 19. Jahrhunderts Gold und Diamanten entdeckte, stieg der Ausländeranteil im Land stark an. Je mehr weiße Glücksritter und Bauern es ins Land zog, desto stärker wurde die Ausbeutung der nicht-weißen Bevölkerung.

In den Jahren 1899 bis 1902 gab es den Zweiten Burenkrieg und die Briten versuchten die Bodenschätze weiter auszubeuten. Die Buren verbündeten sich mit dem Deutschen Reich und Deutsch-Südwest-Afrika (heutiges Namibia). Allerdings brachte ihnen das nichts, da die Briten viel zahlreicher und besser versorgt waren. Bei den anschließenden Friedensverhandlungen wurden die burischen Gebiete in die britischen eingegliedert und die Rechte der Nicht-Weißen Bürger stark eingeschränkt.

Apartheid

Am 31. Mai 1910 wurde aus den britischen Kolonien die Südafrikanische Union gegründet. Die rechte National Party sympathisierte mit den rassistischen Ideologien, die in Europa gärten, so dass eine radikale Rassentrennung (Apartheid) die Folge war. Seit 1913 gab es eine fast vollständige Trennung zwischen Schwarzen und Weißen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges festigte die National Party ihre Macht und die Apartheid wurde ausgebaut. Viele Bürgerrechte der nicht-weißen Bevölkerung wurden per Gesetz stark eingeschränkt. Schwarze und Farbige mussten in gesondert ausgewiesenen Regionen umsiedeln und hatten kaum Rechte. Als in den 1960er Jahren Südafrikas Wirtschaft blühte, blieben die Vorteile auf der Seite der Weißen, die schwarze Bevölkerung wurde weiterhin ausgebeutet. Aufgrund der Apartheid-Politik musste die Südafrikanische Union das Commonwealth im Jahre 1961 verlassen. Im selben Jahr wurde das Land offiziell in Republik Südafrika umbenannt.

Das Ende des Apartheidsregimes

Seit den 1960er und 70er Jahren nahm der Widerstand der Unterdrückten zu. Er erreichte einen Höhepunkt im Jahr 1976, als eine Schülerdemonstration in Soweto durch Sicherheitskräfte blutig beendet wurde. Dabei starben 176 schwarze Schüler und Studenten. In den folgenden Jahren gab es weitere Proteste und Kämpfe. Mit der Zeit schaltete sich der verbotene African National Congress (ANC) ein. Dieser wurde zwar schon 1912 gegründet, aber war seit 1960 verboten. Es gab Streiks, Demonstrationen, Sabotageakte und Anschläge. Bei der Organisation dieser Gegenbewegung spielten Nelson Mandela und seine Gefährten eine große Rolle. Mandela selbst saß 27 Jahre wegen Hochverrats und Sabotage im Gefängnis. Nach dem Ende der Apartheid wurde er ein gefeierter Nationalheld. Nach langen Verhandlungen mit der nun nicht mehr so einflussreichen National Party entließ man im Jahr 1990 Nelson Mandela und andere politische Gefangene aus dem Gefängnis. Ebenso wurden der ANC und andere politische Organisationen wieder erlaubt. Mandela und sein Verhandlungspartner der National Party, Frederik Willem de Klerk, erhielten 1993 gemeinsam den Friedensnobelpreis. Bei den ersten freien Wahlen im Jahr 1994 hatte jeder südafrikanische Bürger unabhängig von seiner Hautfarbe eine Stimme. Der ANC war mit Abstand die stärkste Macht, Nelson Mandela wurde zum ersten frei gewählten Präsidenten der Republik Südafrika. Am 10. Dezember 1996 wurde die neue Verfassung unterzeichnet. Seitdem waren alle gewählten Präsidenten schwarz. Die liberale Wirtschaftspolitik des ANC erlaubte schwarzen Südafrikanern den Aufstieg in eine Mittelschicht. Dennoch sind immer noch große Unterschiede zu erkennen.

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