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Schneeschuhwanderung zur Nystoyl

03.03.2012:
Obwohl ich es anders vermutet hatte hielt der Ofen und Kamin die Nacht über die Hütte warm. Wir hatten geschmeidige 11 Grad im Schlafraum bei -6 Grad Außentemperatur.
Tommy war wie die nächsten Tage eigentlich immer bereits sehr früh aufgewacht und hatte schonmal den Ofen neu eingeheizt und las das 2. Buch aus der "Commonwealth Saga" - von Peter F. Hamilton... (mir hatte er den ersten Teil ausgeliehen - wo ich nach 40 Seiten merkte das sich den Zweiteiler bereits vor einiger Zeit gelesen hatten aber bereits den Titel "Pandoras Star" vergessen hatte - wie doof).

Nach der schnellen Morgentoilette - mit WARMEN Wasser bei ca. 0 Grad im "Baderaum" der Tordalsbu gabs Frühstück und irgendwie schafften wir es zwischen 10 und 11 Uhr loszukommen. Auf dem Programm stand heute die Wanderung bis zur Nystoyl Hütte. Die zu erreichen gab es zwei Möglichkeiten. A) über den normalen Wanderweg über den Staudamm und dann im 45 Grad winkel die ersten 150 Höhenmeter hoch - oder B) 1,8 km die Straße zurück die wir gestern gekommen waren und dann nach rechts weg einen nicht ausgeschilderten Pfad. Wir entschieden und für letzteres weil laut Karte der Weg weniger Höhenmeter auf und ab führte und die Anstiege relativ harmlos aussahen.

Also zurücklatschen und nach 1,8km recht abbiegen - und erstmal mit der Schaufel eine Schneespur legen auf der wir die Schlitten über die Schneefreie Brücke ziehen konnten. Danach die Serpentinen hoch auf einem Weg der anscheinend ab und zu von einem Skiduo o.ä. ordentlich planiert war. Gegen Mittag erreichten wir dann den Einstieg in ein Tal ab dem es keine Spuren oder anderweitige Hinweise auf einen Wanderweg gab. Wir schlängelten uns anfang noch mit relativ harmlosen Anstieg durch das Tal. Später wurde es etwas haariger - der kaum auszumachende Pfad führte mit ca. 20% Anstieg parallel zur Talböschung durch einen Wald. Dabei rutschten unsere Schlitten mehrmals auf dem gefrohrenen Schnee Richtung Talmitte - also Fluß/Wasserfall. Mit den Eiskrallen an den Schneeschuhen und gegenseitiger Hilfe bewältigten wir auch diese ca. 200 Höhenmeter bis wir ca. eine Stunde später oben ankamen.
Ab dann ginge es wieder relaxed in Slalom parallel zum nicht überfrohrenen Fluss über gefrorene Seen und leichte Hügel. Bis zur Nystoyl war dann alles ganz easy. Das Wetter war wie am Vortag perfekt - blauer Himmel vorbeipfeifende leichte Wolken und Sonne satt. Gut das wir Sonnencreme mithatten. Die Temeraturen lagen erneut knapp über Null und der Wind wehte  auf Bodenhöhe nur leicht.

Gegen 14:30 kamen wir in der Nystoyl Hütte an nach 4,5km Luftline und ca. 8km Laufstrecke konnten war die Zeit inkl. Pausen mit unter 4 Stunden ganz ordentlich wie wir fanden. Wir entschieden und für die nördlicher gelegenene Hütte (es gab 2 Hütten) da wir dort einen kombinierten Wohn- und Schlafraum hatten und uns sozusagen gleich hinflaken konnten wenn wir dicht warn und es kuschelig warm blieb. Wie immer hatte jeder seine Aufgaben - Wasser holen aus dem zugefrorenen See, Feuerholz hacken und Feuer legen, Essen kochen und Schlitten ausladen.
Doch zuvor gabs erstmal ein kühles Pils für alle und wir genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages befor es zuzog.
Wie eigentlich immer (bis auf zwei Ausnahmen) gabs Abends lecker Nudeln mit Wurstgulasch - wie vorher vermutet hat man nach soner Wanderung absolut bock auf was fleischiges und wir hatten entsprechend viel mitgenommen.

Bei Mukke aus Tommys mobilem Sound Angel gabs dann gleich die nächste Runde Pils. Wir entschieden uns morgen erstmal einen Ruhetag einzulegen.

04.03.2012:
Gutes Wetter für einen Ruhetag - es war bewölkt und es schneite leicht. Die Temperaturen lagen daher auch erstmals den ganzen Tag unter Null. Der Tag verging dennoch wie im Flug - ich erwähne hier nur mal die Gletscherspalte für Goldi *zensiert*. Ansonsten beschloss ich kurz vor Mittag ein Iglu zu bauen und mühte mich erstmal eine Stunde allein ab ehe Tommy ebenfalls zur Hand ging. Meine "Schneesäge" ein 0815 Fuchsschwanz aus meinem Werkzeugkoffer zersägte zwar super die Schneedecke - allein er war nur 35cm lang und damit zu kurz! Zum Glück gabs im Handwerksschuppen der Hütte noch reichlich andere Fuchsschwänze zum Feuerholz sägen. Mit der 60cm Rute ging das Sägen im 1,5m dicken Schnee deutlich flotter und die Blöcke waren dann auch entsprechend größer. Einer sägte der andere stapelte die Blöcke und passte jeweils die Form an. Sicherlich haben wir auch diesmal nicht 100% die Blcöke perfekt geschnitten - aber diesmal sah das Iglu schon ziemlich viel besser aus also die letzten male (beim Iglu bauen im Vogtland mit Gerd, bzw. beim Iglu bauen im Riesengebirge...)

Insgesamt brauchten wir ca. 4 Stunden zu zweit um das Iglu zu vollenden inkl. ausschachten drin - es hielt ordentlich was ab und Stand auch nach fünf Tagen noch! Im Inneren konnte man stehen oder zu Zweit schlafen. 
Goldi ging in der Zeit Eisangeln - wie sich später herausstellte mit weniger Erfolg als gehofft. Bereits beim Lochhacken stieß er auf unvermutete Probleme - alle Seen die er anhackte endeten im Gefrorenen Moor - schon blöd wenn man nicht weis was unter dem eigentlich glatten untergrund ist. - Also lieber größeren "See" suchen und hoffen das es kein Sumpfgebiet ist.

Weiter gehts mit Wanderetappe zur Nutevasshytta.

 

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