Die Geschichte Polens

Frühgeschichte

Schon um Christi Geburt finden zwei polnische Städte- Kalisz und Truso- durch die Römer Erwähnung. Doch erst im fünften Jahrhundert sollten Westslawen auf Dauer das polnische Gebiet besiedeln. Vor der Gründung des polnischen Staats war die Geschichte des Landes bestimmt von den wechselvollen Raub- und Siedlungszügen der Wikinger, Mähren und Ungarn. Aus dieser Zeit stammen einige spannende polnische Sagen, die auf die ersten Urfürsten Popiel, Piast, Lech und Siemowit zurückgehen. Die Bezeichnung ’’Polen“ wurde übrigens von einem westslawischen Stamm, die sich ’’Polonen“ nannten, abgeleitet. Die Gründung des Staats erfolgte im zehnten Jahrhundert in Form eines Herzogtums

Mittelalter

Im Jahre 1138 kam es zum Zerfall Polens in sechs voneinander unabhängige Herzogtümer: Pommern, Pommerellen und Schlesien, Kleinpolen, Großpolen und Masowien. Diese feudale Zersplittung dauerte bis 1295 an und hatte eine nicht unbedeutende politische Schwäche des Landes zur Folge. Erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts, unter der Führung von Wladyslaw des Ersten, kam es zur Wiedervereinigung des Landes. Nur ein Jahrhundert später konnte sich das aus Polen und Litauen gebildete Großreich zu einer der bedeutendsten Kontinentalmächte etablieren. Im Jahre 1569 wurde das Großreich zu einer Adelsrepublik und dadurch der erste moderne Staat auf europäischem Gebiet, der auf dem System der Gewaltenteilung basierte.

17. und 18. Jahrhundert

Ganze zwei Jahrhunderte lang war die Adelsrepublik von inneren Unruhen, die auf fehlende politische Reformen zurück zu führen waren, und Kriegen mit den Nachbarstaaten wie Schweden, Preußen und Russlandgeprägt. Diese Krisenperiode stürzte Polen wieder in einen Zustand der Zerrissenheit. Innerhalb von nur 13 Jahren wurde Polen drei Mal geteilt und letztlich der Souveränität beraubt. Die polnischen Gebiete standen von dieser Zeit an zum größten Teil unter russischer, preußischer und habsburgerischer Herrschaft. Unabhängigkeits- und Freiheitskämpfe bestimmten das 19. Jahrhundert in Polen, die bis zum Ende des ersten Weltkriegs nicht von Erfolg gekrönt waren.

Neuzeit

Erst 1918 wurde es möglich, wieder ein unabhängiges Polen zu errichten. Doch der Frieden fand mit dem Überfall der Deutschen im Jahre 1939 ihr Ende. Nun war Polen erneut Gegenstand des Machtkampfs zwischen Deutschland und Russland. Als Folge des Hitler-Stalin-Paktes wurden polnische Gebiete im Osten an Russland übergeben, wodurch es zur erneuten Aufteilung des Landes kam. Die grausamen Verbrechen in der Zeit der Besatzung fanden in der Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten ihren Höhepunkt. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Grenzen wieder nach Osten verschoben. Die harten Vertreibungen der in Westpreußen, Schlesien und Pommern ansässigen deutschstämmigen Familien werfen einen dunklen Schatten auf die polnische Geschichte. Ein bedeutender Teil des Ostblocks übernahm Strukturen der Sowjetunion, was zu jahrelangen Protesten und lauten Demonstrationen führte. Erst 1989, als nicht zuletzt durch die neugegründete Gewerkschaft "Solidarność" unter der Führung von Lech Wałęsa. eine Wende im System erreicht werden konnte, begann Polen, sich an den Westen anzunähern. Obwohl Polen seit 2004 Mitglied der Europäischen Union ist, ist dieser Prozess bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen.

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