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Wanderung zur Mosdalsbu Hütte

09.06.2011:
Das Wetter war morgens wieder etwas verhangen also eher ein Tag zum Fahren als wandern. Wir beschlossen unsere Umrundung der Hardangervidda fortzusetzen und machten uns auf den Weg zur nächsten größeren Stadt Odda. Doch zuerst musste ich unseren Camper wenden - und dazu musste ich über die Holzbrücke über den reißenden Fluß. Hatte keine ahnung was und ob so einen Holzbrücke aushält - wir hatten aber zweimal Glück... Odda liegt an dem Ende eines ewig langen Fjordes eingekeilt zwischen Bergen rechts und links. Dort parkten wir an der Strandpromenade und schlenderten ein bischen durch die Straßen. Es nieselte zwar aber man hielts aus. Im örtlichen Touristenbüro lies ich mich beraten ob man den Gletscher im benachbarten Nationalpark "Folgefonna Nasjonalpark" mit Kind und Kegel überqueren kann um dort in eine der Wanderhüten zu übernachten. Davon wurde mir dann aber abgeraten zu gefährlich und das Wetter war zu instabil. Letztendlich entscheid ich mich für die Hütte Mosdalsbu die Richtung Hardangervidda lag. Einen DNT Schlüssel gab er mir auch gleich noch mit :)

Nachdem wir noch bei einem Imbiss was takeaway mitgenommen hatte und im WoMo verzehrt hatten fuhren wir soweit es ging zur anvisierten Hütte "Mosdalsbu". Dazu wie immer eine schmale Straße ewig lang in Serpentinen und niedrige Tunnel bis zum "Ringedalsvatnet"-See siehe Karte rechts gefahren. Vor bzw. direkt auf dem Damm dann an einem Rastplatz geparkt - ebene Parkplätze gabs reichlich. Allerdings herrschre hier doch etwas Betrieb weil einige Wochenendhäuschen hier verteilt waren und immer jemand unterwegs war. Als die Sonne rauskam gings einige Kilometer entlang des Staussees spazieren und wir freuten uns schon auf die Wanderung morgen.

10.06.2011:
Wir fuhren noch mit dem WoMo über den schmalen Damm - immer hoffend das dann nicht gerade Gegenverkehr kommt und parkten einige hundert Meter weiter hinten auf dem Parkplatz dort. Noch die Kraxe packen und los gings um 11:30. Der Weg war halbwegs ausgeschildert aber durch die vielen Wochendhäuschen mit ihren Pfaden und Wegen vorloren wir ab und zu den richtigen Weg. Ein Maleur passierte mir gleich am Anfang ich unterschätzte die Höhe der Tannenzweige über mir und Buchan in der Kraxe bekams einen Zweig ins Gesicht. Oh man großes Theater - immer hin wurde ab dann der papa immer gewart wenn oben Bäume waren und er dukte sich ab sofort immer wenn auch nur ein Zweig in Sichtweite kam. Eigentlich war die gesamte Strecke bis zur Mosdalsbu ein permanenter Aufstieg - nicht steil aber es ging immer Bergauf. Einige Bäche wurden auf schmalen Stegen überquert wo ich am meisten Angst hatte das unsere tolpatischige Yuki genau dort runterfällt in einen der reißenden Bäche. Doch es kam anders als gedacht. Yuki viel nicht unabsichtlich ins wasser obwohl sie gern mal drin rum stapfte. Bei einer Fotopause - in der Buchan ausnahmsweise mal nicht in der Kinderkraxe saß - passierte es es.

Beim Videodreh höre ich einen Schrei - und rannte schnell dahin wo Tomomi eben noch zu sehen war. BuChan war geradewegs in einen der eiskalten Bäche gefallen. Wies genau passiert ist weis ich nicht Tomomi stand zum Glück nur 2-3 Meter daneben und holte den Kopfüber unter Wasser geditschen BuChan raus. In Windeseile wurden nun alle Klamotten, Stiefel und Windel ausgezogen - alles war komplett durch. Natürlich hatten wir keine Wechselsachen dabei... also neue Windel und dann Schlafanzug und allerlei Fließwesten und meine Mütze getausch. Nachdem BuChan wieder halbwegs eingemummelt in der Kraxe saß beruhigte er sich langsam und wir konnten bereits wieder drüber lachen.

Nun hieß es schnell die Hütte finden und im warmen alles trocknen. Zum Glück befand sich die Hütte dann auch gleich einen Kilometer weiter am gleichen See in dem ich eben noch die Eismassen fotografiert hab. Wir erreichten die Mosdalsbu Hütte um 15:30 sie lag etwas erhöht - und diesmal gabs nur eine einzelne Hütte nicht zwei. Es gab ein 4 Bett Zimmer und eine große Wohnküche mit 4 Betten sowie einen Dachstuhl in dem nochmal 4-6 Schlafplätze vorhanden waren.
In windeseile machte ich nun Feuerholz und heizte an. Es war wirklich kalt ohne Sonne wahrscheinlich knapp über Null... Den Schnee vorm Haus schöpfte ich gleich ab um damit Wasser zu machen - allerdings schmeckte der erbärmlich und war nur als Waschwasser zu gebrauchen.
Irgendwann wurde es dann langsam warm und wir hatten alles fein hergerichtet. Als es dunkel wurde traf noch ein älteres Wanderpärchen ein - ebenfalls mit Hund. Die mussten dann in den seperaten Schlafraum - der Hund bekam das untere Bett.... Es war ein netter abend und wir unterhielten uns ausgiebig. Eine runde Vodka für alle und dann war meine 0,5er Flasche alle. eine Dose Kötterbular aus dem Vorratsregel kauften wir uns (13€!!) weil wir außer Nudeln diesmal nichts dabei hatten.

11.06.2011:
Als wir aufwachten waren die beiden anderen Gäste schon lange auf den Beinen und auch schon fast am gehen. Also noch kleines Abschiedsfoto... Manabus Sachen die die ganze Nacht übern Ofen hingen waren nur leidlich trocken. Die Stiefel noch ziemlich naß. Aber es gings schon irgendwie. Wenn er jetzt mal alleine lief passte er doppel und dreifach auf - und hörte besonders gut auf seine Eltern! Dennoch spielte er gern auf jedem Schneefeld und am meisten machte es Spass den Papa Schnee ins Gesicht zu werfen.
Der Rückweg - die gleiche Strecke wie am Vortag war einfach. Zum Glück hielt auch heute der Schnee über die vereisten Bäche unserem Gewicht stand. Teilweise hatten die Bäche unter dem Schnee 2m hohe Gänge gegraben und von oben sah man einfach nichts - wenn man da mal durchbricht...


Der Rückweg an sich dauerte diesmal nur 2,5 Stunden statt wie beim Hinweg 4 Stunden.
Wie wir gestern abend von den beiden Norwegern erfahren hatten gabs eine folgenschweren Erdrutsch vor einigen Tagen was dazu führte das wir unsere Streckenplanung umstellen mussten. Die Route #13 als einzige Straße die direkt um die Hardangervidda führte war komplett gepserrt. Es gab dahe nur zwei Alternativen - entweder die Strecke zurück fahren oder eine Fähre über den Fjord nehmen.

Weiterlesen: Über die Fjorde mit der Fähre


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