Essen und Trinken in Nepal

Essen und Trinken in Nepal

Auf den ersten Blick wirkt Nepals Küche eher einfach und schlicht, besteht sie doch in den meisten Fällen aus Linsen und Reis. So auch das Daal Bhat – Nepals Nationalgericht. Doch wer sich einmal auf die für unseren Gaumen zunächst ungewohnten Speisen einlässt, wird bald ein wahres Paradies an wohlschmeckenden Köstlichkeiten entdecken. Zudem sind heute die Einflüsse aus Indien und Tibet deutlich zu spüren bzw. zu schmecken und wen es nach Kathmandu oder Pokhara verschlägt, der muss auch nicht auf die westliche Küche verzichten. Die schiere Auswahl an Bars und Restaurants aus aller Welt kann die Nepalreise schnell zu einem Fresstrip werden lassen. In Nepal wird mit den Fingern gegessen, ganz egal wo. Zwar werden in manchen Restaurants in den Städten auch Löffel geboten, doch freuen sich die Nepalis sehr, wenn ihre Gäste die Kunst des Fingeressens beherrschen oder es zumindest versuchen. Und wer hätte es gedacht? Auch beim Essen mit den Fingern gibt es eine besondere Technik, die es – als idealer Gast – schon im Vorfeld zu lernen gilt. Leg dabei deine drei mittleren Finger der rechten Hand (es muss unbedingt die rechte Hand sein) nebeneinander. Dabei sollte der Mittelfinger ein wenig tiefer liegen, als die anderen. Dann schiebst du mit dem Daumen den zuvor mit den anderen Fingern zusammengedrückten Reishappen durch die Kuhle über dem Mittelfinger direkt hinein in den Mund. Klingt kompliziert? Keine Sorge, die Nepalis sind sehr geduldige Gastgeber.

Landestypische Speisen

Nepal hatte im Grunde gar keine Bezeichnung für einzelne Speisen und Gerichte. Wenn du in Nepal Hunger hast, verlangtest du eigentlich nicht nach “Hühnchen“ oder “Suppe“, sondern ganz schlicht nach „“Essen“. Die Bezeichnung “Daal Bhaat“ (ein Gericht aus Linsen und Reis) kam dann erst mit dem Tourismus auf. Je nach Jahreszeit oder Ethnie wird das Grundrezept dann verändert oder ergänzt. So kann es sein, dass es im Norden des Landes Daal Bhaat mit ganz anderen Zutaten gibt, als im Süden.

Die Auswahl an köstlichen landestypischen Gerichten ist groß. Allein um die leckersten Speisen zu probieren, müsste der Reisende mindestens einen Monat einplanen. Sehr bekannt und weit verbreitet ist das Alu Gobhi – ein recht würziges Gericht aus Kartoffeln und Blumenkohl. Wer es etwas deftiger mag, sollte unbedingt das Sahi Paneer Korma probieren. Diese Kalorienbombe besteht aus dicken Käsebrocken in einer cremigen Soße mit Rosinen und Cashewkernen. Sehr lecker und inzwischen auch bei jedem deutschen Inder zu haben ist das original Tandoori Chicken. Dabei wird zunächst das Huhn mit einer feinen Joghurtsoße bestrichen und anschließend im Tonofen – dem Tandur – gebacken. Dazu wird auch gerne das nepalische Nan, ein großes dreieckiges Fladenbrot, gereicht. Wahlweise gibt es dieses auch gefüllt mit Käse (Paneer/Cheese Nan), Zwiebeln (Onion Nan) oder in der süßen Variante mit Früchten (Kashmiri Nan). Wer sich zu den Süßschnäbeln zählt, sollte sich auf gar keinen Fall das Barfi entgehen lassen. Diese Süßigkeit besteht aus Milch und Zucker und wird dann je nach Geschmack durch weitere Zutaten ergänzt. Bei der jüngeren Generation sind vor allem die Gulab Jamun beliebt. Diese süßen Teigbällchen sind in Zuckersirup eingelegt und garantiert nichts für empfindliche Zähne.

Getränke

Das nepalesische Nationalgetränk ist Tee. Der sogenannte Chiya oder Chai besteht aus Teeblättern, die, anders als hierzulande, mit Milch und Zucker aufgekocht werden. Ergänzt wird das ganze durch verschiedene Gewürze wie Kardamom, Zimt oder Ingwer. Wer es nicht so süß mag, sollte das schon bei der Bestellung anmerken, denn mit Zucker im Chai wird bisweilen sehr großzügig umgegangen.

Auf Alkohol braucht der gute Reisende auch in Nepal nicht zu verzichten. Allerdings ist dieser dort sehr teuer und wird daher von den Einheimischen oftmals selbst hergestellt. Weit verbreitet ist dabei der Chang – ein mit Wasser verdünnter Brei aus fermentierter Hirse, Reis, Gerste oder Mais. Der Geschmack ist süß bis säuerlich und äußerst nahrhaft. Doch Vorsicht! Der Alkoholgehalt dieses Getränks ist nicht zu unterschätzen. Was in der Stadt längst verboten ist, wird in den Bergen noch sehr gerne praktiziert – die in Eigenregie gebrannten Schnäpse aus Getreide. Dieser Rakshi wird fälschlicherweise oft mit “Wein“ oder “Brandy“ übersetzt und ist sehr hochprozentig.

Noch ein Wort zum Wasser: Ist es nicht in einer original verschlossenen Flasche, dann lass die Finger davon. Nepals Wasser ist in den allermeisten Fällen nicht zum Trinken geeignet und muss vorher unbedingt abgekocht werden. Auch beim Genuss einer eiskalten Cola solltest du darauf achten, dass keine Eiswürfel im Getränk sind. Du solltest auch vorsichtig bei Salaten und ungeschältem Obst sein. In Nepal gilt auch heute noch das Motto: “Koch es, schäl es oder vergiss es!“

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