Nepal - Einwohner und Religionen

Menschen und ethnische Gruppen

Auch Nepal ist heute ein multikultureller Staat mit mindestens 40 verschiedenen Völkern. So genau weiß das niemand, da bislang noch keine zuverlässige Volkszählung durchgeführt werden konnte. Dazu kommen genauso viele Sprachen und Religionen, sodass es schwer ist, die Nepalesen unter “dem einen“ Volk zusammenzufassen. Beherrscht wird Nepal jedoch ganz klar von den Hindus. Diese haben die Bevölkerung, ganz ähnlich wie in Indien, in ein Kastensystem unterteilt. Obwohl der Hinduismus an sich eine sehr sanfte und ruhige Religion ist, erweist sich das Kastensystem als äußerst brutal. An oberster Stelle steht der Brahmane, damit sind Priester und Lehrmeister gemeint. Direkt an zweiter Stelle steht der Kshyatriya – Herrscher und Krieger. Darunter folgen die Vaishya. Dazu zählen Handwerker, Kaufmänner und Bauern. An vierter Stelle stehen die Shudra – die Diener und Arbeiter. Zudem gibt es noch diejenigen ohne Kastenzugehörigkeit, die sogenannten Unberührbaren. Das System unterliegt seit Jahrhunderten und auch noch heute ständigem Wandel. Zuletzt gab es eine Debatte, dass nur Hindus selbst in dieses Kastensystem gebracht werden dürften. Somit würden auch ausländische Arbeiter zu den Unberührbaren zählen. Es gibt auch immer wieder Bestrebungen, dass die Nepalesen nicht nach ihrer Kaste beurteilt werden dürfen. Denn je höher die Kaste, desto mehr Ruhm, Prestige, Ansehen und Macht können erlangt werden. In der Praxis erweist sich das als schwierig. Noch immer richtet sich das Gehalt nach der jeweiligen Kaste und auch am Nachnamen ist die Zugehörigkeit zu erkennen.

Frauen in Nepal

Mit den Frauen in Nepal ist das so eine Sache. Zum einen werden sie hoch verehrt: Sie sind die Spenderinnen des Lebens und der Nahrung, sie bewahren die Kultur und gehören mit Respekt behandelt. So viel zur Theorie. Der Alltag hingehen sieht ganz anders aus. In Wahrheit ist das Leben alles andere als selbstbestimmt. Zunächst übernimmt der Vater sämtliche Entscheidungen über den Werdegang einer Tochter. Er bestimmt in der Regel auch, wem das Mädchen versprochen wird. Danach wird sie einem Ehemann übergeben, der von nun an ihr Leben in die Hand nimmt. Schon ab 25 gelten die Mädchen als alt und sind kaum mehr “vermittelbar“. Die Frauen ziehen nach der Hochzeit grundsätzlich zur Familie ihres Mannes. Dort beginnen sie das Leben einer Dienerin. Ihr Ansehen steigt, wenn eine Frau ihrem Mann möglichst viele Söhne schenkt. Schlecht hat sie es, wenn sie nur Töchter oder – schlimmer noch – gar keine Kinder zur Welt bringt. Obwohl es illegal ist, kommt es noch häufig vor, dass Männer mehrere Frauen ehelichen. In Kathmandu geht es teilweise schon etwas fortschrittlicher zugange. In den Großstädten kommt es immer häufiger vor, dass sich junge Pärchen eine eigene Wohnung suchen, anstatt bei den Eltern des Mannes unterzukommen.

Religionen

Nepal ist ein Land, in dem jeder Stein und jeder Fluss, jeder Baum und jedes Tier Religion atmet. Hunderte Gottheiten leben überall und lassen sich in allen Tempeln, in Wohnhäusern oder auf offener Straße entdecken. Die wohl wichtigste Religion ist der Hinduismus, über 80% der Gesamtbevölkerung sind Hindus. Etwa 12% der Nepalis leben nach den Lehren Buddhas. Eine ganz genaue Zahlenangabe ist kaum möglich, da sich Hinduismus und Buddhismus im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr vermischt und angeglichen haben und von vielen Nepalis gleichermaßen praktiziert werden. Dies spiegelt sich auch in zahlreichen Tempeln und Gottheiten wieder, die in beiden Religionen verehrt werden. Mit etwa 2,7% bilden Muslime die drittgrößte Glaubensgemeinschaft. Der Rest setzt sich zusammen aus Anhängern des Tantrismus, den Jains und Animisten. Des Weiteren finden sich in Nepal noch Bön, Rai und Lepcha unter den ethnischen Religionen. Diese werden jedoch weitestgehend ignoriert. Eingetragene Christen gibt es nur ein paar wenige Tausend. Während Christen und Muslime in Kasten eingeteilt sind, wird der Buddhismus eher als “Weg“ eingeschätzt. Nepal ist das einzige Land, indem der Hinduismus fest in der Verfassung verankert ist. Die Missionierung von Hindus wird zwar heute nicht mehr mit dem Tode bestraft, ist aber noch immer verboten.

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