Kunst und Kultur in der Mongolei

Kostüme und Trachten in der Mongolei
Kostüme während des mongolischen Naadam-Fests, Ulan-Bator

Dschingis Kahn hat bei seinen Eroberungen alle Intellektuellen und Künstler verschont, denn diese wurden gebraucht im Land: Tradition, Umbruch, Rückbesinnung – all das drückt sich auch in der mongolischen Kunst aus. Von buddhistischen Darstellungen über die sozialistische Kunst, die pro-westliche Darstellungen unterdrückte, bis zur modernen Kunst in den heutigen Tagen- das Land ist reich an Künstlern und gelungenen Kunstwerken. Museen finden sich in jeder größeren Stadt des Landes.

Literatur und Malerei

Erst mit Dschingis Kahn entwickelte sich eine mongolische Schrift, die von den Naimanen übernommen wurde. Das erste Werk handelt von Dschingis Kahn und trägt den Titel “Die Geheime Geschichte der Mongolen“. Darin wurden bis zu diesem Zeitpunkt mündlich erzählte Geschichten, Heldengeschichten und buddhistische Texte gesammelt und aufgeschrieben.

Tseveen gründete die erste mongolische Literaturzeitschrift. “Daschdordschiin Natsagdordsch“ und schrieb Prosa und Epen. Sein Gedicht “Mein Vaterland“ ist sein bekanntestes Werk. Er gilt heute als Begründer der modernen Literatur in der Mongolei.

Tsendiin Damdinsüren adaptierte das kyrillische Alphabet und war Autor vieler Kurzgeschichten, Gedichte sowie der Nationalhymne. Gemeinsam mit Natsagdordsch und Bjambyn Rintschen wurde er von der Regierung als Nationalist präsentiert.

Nach dem Zerfall des Kommunismus machte sich die gewonnen Freiheit bemerkbar: Verlage wurden gegründet, Autoren schrieben und schreiben zahlreiche Werke.

Viele Malereien dienen religiösen Zwecken oder erzählen religiöse Geschichten. Insbesondere der Buddhismus hatte großen Einfluss auf Gemälde, Bildhauereien und Skulpturen. Thangka also Bildrollen, die Klöster dekorierten, sind eine typisch mongolische Kunstform. In der Zeit des Kommunismus wurden die religiösen Darstellungen durch sozialistische Darstellungen ersetzt.

Prägend für die Kunstgeschichte der Mongolei war der Bildhauer und Maler Zanabazar. Er erschuf Kunstgegenstände mit buddhistischem Hintergrund. Weitere bedeutende Künstler sind Sharab, Manibadar, Erdenbayar und Purevbat.

Musik und Film

Auch in der Musik halten die Mongolen Traditionen hoch. Noch bis heute sind traditionelle Lieder beliebt. Oftmals werden Helden oder das nomadische Leben besungen. Das wichtigste Instrument dabei ist die Mongolische Pferdekopfgeige. Das Nationalsymbol der Mongolei hat seinen Namen vom hölzernen Pferdekopf am Ende des Streichinstruments.

Auch Volkstänze haben heute noch eine große Bedeutung in der Mongolei. So ist z.B. der Tsam ein religiöser Tanz, der die Götter beschwichtigen soll und der Bielgee stellt den Alltag der Nomaden in der Mongolei dar.

Waren Pop- und Rockmusik während des Kommunismus noch verboten, prägen heute Sängerinnen und Sänger wie Ariuanna, Nominjin, die Boygroup Camerton, die Rockbands Soyol Erdene und Altan Urag die Musikwelt.

Die ersten Kinos waren mobil und zeigten in den frühen 20ern Propaganda- und Bildungsfilme der sowjetischen Genossen. Erst 1934 wurde das erste Kino in der Hauptstadt eröffnet. Seit dem Niedergang des Kommunismus schlossen viele Kinos wegen fehlender Finanzmittel. Bedeutende Filme sind “Erwachen“ und “Süchbaatar“, die beide aus der Kommunismuszeit stammen, sowie „“Dschingis Kahn“, “Die Geschichte vom weinenden Kamel“ und “Die Höhle des gelben Hundes“ der Dokumentarfilmerin Byambasuren Davaa.

Feste und Feiertage

Das wichtigste Fest in der Mongolei ist das Naadam, das Nationalfest der Mongolen. Es dauert vom 11. bis zum 13.Juli. Im ganzen Land werden Sportwettkämpfe für die Männer ausgetragen: Ringkämpfe, Bogenschießen und Pferderennen. Der 11. Juli ist der Tag zur Erinnerung an die Revolution von 1921.

Anfang Februar feiern die Mongolen das buddhistische Neujahr, indem sie Familie und Freunde besuchen, ihnen etwas schenken und Spezialitäten wie geschmorten Schafsrücken essen.

Weitere öffentliche Feiertage ist der Neujahrestag am 1.Januar, der Frauentag am 8.März, der Kindertag am 1.Juni, der Tag der Ausrufung der Republik am 26. November, der Unabhängigkeitstag am 29. Dezember und der Friedenstag am 23. August.

Für Touristen sind das Internationale Fest der Live-Musik, das im Juni in der Hauptstadt und in Ajmaken gefeiert wird, der mongolische Supermarathon am 25. Juni und die religiöse Zeremonie “Tanz der Masken“ vom 8. bis zum 9.September in der Hauptstadt interessant.

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