Die Geschichte der Mongolei

Vor- und Frühgeschichte

Karakorum, die alte Hauptstadt der Mongolei
Karakorum, die alte Hauptstadt der Mongolei

Schon unsere frühesten Vorfahren lebten vor 500.000 Jahren auf dem Gebiet der heutigen Mongolei. Bei Ausgrabungen in der Wüste Gobi wurden Überreste menschlichen Lebens aus dieser Zeit entdeckt.

Die ersten schriftlichen Belege über Mongolen tauchten um das Jahr 5000 v. Chr. auf. In den chinesischen Schriften werden die Mongolen als barbarisch bezeichnet.

Mit der Abkühlung des Klimas in der Bronzezeit (2500 bis 1000 v. Chr.) spezialisierten sich die Mongolen auf die Viehzucht, denn Ackerbau konnte kaum noch betrieben werden.

Nach den mongolischen Überfällen auf chinesische Staaten begannen diese im dritten Jahrhundert v. Chr. mit dem Bau der Großen Mauer. Bis zur Mitte des neunten Jahrhunderts herrschten die Stämme der Turkvölker in der Mongolei vor, bis sie von den Kirgisen geschlagen wurden.

Einigung, Errichtung und Zerfall eines Weltreichs

Temudschin vereinigte im 12. Jahrhundert die vielen untereinander zerstrittenen mongolischen Stämme zu einem mächtigen Reich. Diese wichtige Person ist allen als Dschingis Kahn bekannt.

Er eroberte die umliegenden Gebiete und machte damit die Mongolei zu einem der größten Reiche – von Peking bis zum Kaspischen Meer reichte das mongolische Imperium. Zur Hauptstadt ernannte er Karakorum.

Bei vielen Europäern als “grausam“ und “barbarisch“ bekannt, steht er bei den Mongolen für Kraft und Einigkeit. Während seiner Herrschaft galt Religionsfreiheit im ganzen Land. Dadurch entstanden viele auch heute noch existente buddhistische Tempel, Kirchen und Moscheen. 1227 starb Dschingis Kahn.

Die Eroberungen führten die Mongolen danach sogar bis vor die Tore Wiens. 1260 wurde Peking die Hauptstadt des Reiches. Als die Mongolen keine weiteren Expansionsabsichten hatten, konzentrierten sie sich auf die Erhaltung der Einigkeit und die Stabilisierung des Reiches. Diese Zeit war die Blütezeit des Mongolischen Imperiums, dessen Ausmaß bis heute unübertroffen ist.

1368 gingen die chinesischen Gebiete der Mongolei an die Chinesen verloren und das Reich zerfiel allmählich. Unzufriedenheit über die Privilegierten, Streitigkeiten der Clans und Aufstände destabilisierten das Land. Das Land zerfiel in viele einzelne Gebiete. Die Errungenschaften Dschingis Kahns wurden zunichte gemacht.

Eroberung, Unabhängigkeit und Mongolische Volksrepublik

1691 übernahm China die politische und wirtschaftliche Kontrolle über die Mongolei und gliederte sie in ihr Reich ein. Erst 1911 mit dem Zusammenbruch der Qing-Dynastie konnte die Mongolei ihre Unabhängigkeit wiedererlangen. Die Innere Mongolei wurde den Chinesen überlassen, doch die Äußere Mongolei blieb selbstständig.

Als die Oktoberrevolution 1917 den Beschützer der Mongolei, Russland, erschütterte, griffen die Chinesen erneut an. Am Anfang des Jahres 1921 konnten die chinesischen Eroberer aber zurückgedrängt und die Unabhängigkeit ein zweites Mal ausgesprochen werden.

1924 trat die mongolische Verfassung nach sowjetischem Vorbild in Kraft. Fortan war die Mongolische Republik unter Führung der Mongolischen Volkspartei der zweitgrößte kommunistische Staat der Welt. Neben der Verstaatlichung vieler Bodenschätze wurde auch die erste mongolische Währung, Tögrög , eingeführt.

Die Verstaatlichung privaten Eigentums führte 1931/32 zu einer Hungersnot. Ein Bürgerkrieg drohte, doch er konnte gerade noch mit vereinten Kräften verhindert werden. Während des Zweiten Weltkriegs konnten die Mongolen gemeinsam mit den Russen japanische Expansionspläne stoppen.

Demokratisierung

Skyline von Ulan Bator, Mongolei
Skyline von Ulan Bator

Ende der 80er Jahre kamen erste Forderungen nach einer neuen Wirtschafts- und Staatsform aus. Mit dem Zerfall der Sowjetischen Union begann auch die Demokratisierung des Landes. 1996 gründete sich die Mongolische Demokratische Koalition. Durch Privatisierungen und ausländische Unterstützung konnte die Wirtschaft gestützt und aufgebaut werden. Die Mongolei gilt heute als stabile Demokratie.

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