Flora und Fauna in Kambodscha

Ein interessantes Projekt, welches Naturschutz, Erziehung/Sensibilisierung, nachhaltigen Tourismus und Entwicklung miteinander verbindet, findet ihr unter: www.osmosetonlesap.net und www.crdt.org.kh
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Weil sich Angelina Jolie für den kambodschanischen Naturschutz eingesetzt hat, wurde ihr die Staatsbürgerschaft von Kambodscha angeboten. In der Nähe von Angkor Wat hat sie ein Haus gekauft, ihren Sohn Maddox adoptiert und zwei Millionen USD für den Naturschutz gespendet.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern Asiens ist die Natur in Kambodscha in einem relativ “guten“ Zustand, das heißt, 60% des Landes sind noch mit Wald bedeckt und es gibt eine artenreiche Flora. Jedoch lag diese Zahl in den 60ern noch bei 75%, auch hier macht die Waldrodung keinen Halt. Der Forstausschuss Kambodschas schätzt, dass in fünf Jahren der Wald zerstört sein könnte. Die Bäume werden über Holzlieferanten nach Vietnam verkauft, um dort Möbel herzustellen. Die Holzlieferanten machen sich die Korruption der kambodschanischen Regierung zu Nutze. Und in deutschen Gärten stehen die Sommermöbel aus in Kambodscha eigentlich illegal geschlagenem Holz. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: 2002 erklärte die Regierung, 402.000 Hektar Waldfläche im Kardamomgebirge unter Schutz stellen zu wollen.

Flora

Trekking in Banlung, Kambodscha
Banlung, ein Trekking-Paradies im Nordosten Kambodschas

In den Bergregionen von 700 Metern mit feuchtkühlem Klima wachsen ausladende Bergwälder mit Bäumen, die bis zu 20 Metern hoch werden. Die niederschlagsreichen Westhänge weisen tropischen Regenwald auf und im Tiefland finden sich neben Anbauflächen ebenso Monsun- und Trockenwälder. Dazwischen gibt es immer wieder Regionen, die von Überschwemmungsland und sumpfigen Savannen geprägt sind. An der Küste gedeihen Mangrovenwälder. Schwarzholz-, Ebenholz- und Rosenholzbaum gehören zu den besonders exotischen Baumarten vor Ort. Ebenso an der Küste ist der Kapokbaum heimisch. Er wird auch Wollbaum genannt, weil die Haare seiner Früchte für Matratzen genutzt werden können. Als heilig gilt der Frangipani, ein Strauch mit rosa farbenen Blüten, der häufig in der Nähe von Tempeln wächst. Er ist das Symbol der Unsterblichkeit, enthält jedoch einen giftigen Milchsaft. Seit der Kolonialzeit werden auch Kaffee-, Tee- und Pfeffersorten als Nutzpflanzen kultiviert. Die praktischste Pflanze von allen ist neben dem Reis natürlich der Bambus. Aus ihm werden Baumaterialien, Matten, Särge und Wiegen hergestellt. Gleich danach kommen Kokos- und Zuckerpalmen auf der Hitliste der Alltagspflanzen. Auch die Lotosblume, die auf wirklich jedem Teich und Tümpel gedeiht, ist heilig und ihre Samen sehr nahrhaft. Die kleine weißblütige Mitrella mesnyi, die Palmyrapalme und eine Bananenart stehen aufgrund ihres Status als Nationalsymbol unter besonderem Schutz.

Ein Problem ist jedoch der Waldeinschlag, Schuld daran tragen die inflationäre Konzessionsvergabe aus den 90ern sowie die korrupten Strukturen, die das Verbot von Holzeinschlag schamlos umgehen. Durch den Einschlag steigt die Erosion, das führt dazu, dass Binnengewässer durch den eingeschwemmten Boden versanden. Hinzu kommt, dass der Mekong an den chinesischen Zuflüssen für Dammprojekte gestaut wird und dadurch weniger Wasser nach Kambodscha und Laos fließt. Kambodscha hat in Folge dessen ein massives Problem mit seinem Grundwasserspiegel. Daher solltest du besonders sparsam beim Duschen sein!

Kambodscha war das erste Land Südostasiens, in dem ein Naturschutzgebiet eingerichtet wurde, nämlich die Angkor-Anlage um 1925. Seit 1969 gibt es sechs weitere geschützte Parks für Wildtiere, die circa 12% der Landfläche umfassen. 1993 stieg die Zahl auf 23 Schutzgebiete mit einem Anteil von 25% an der Gesamtfläche. Diese Parks sind zum Teil recht uneffektiv, da es an qualifizierten Strukturen mangelt, um den Schutz zu garantieren.

Fauna

In Kambodscha leben 630 geschützte Arten, darunter der Kouprey, ein wildes Rind, welches zu den am meisten gefährdeten Tierarten der Welt gehört, und der malaiische Sonnenbär, übrigens mit einer Länge von 14 cm der kleinste Bär überhaupt. Weniger gefährdet, aber nicht minder faszinierend sind die mächtigen Wasserbüffel, die in den Reisfeldern stehen oder das recht scheue Serau, eine kleine, schwarze Bergziege. Vor allem in den nordöstlichen Provinzen gibt es noch einige Wildbestände, so können sich in den bevölkerungsarmen Regionen durchaus Indische Elefanten, Tiger, Leoparden, Affen, Flughunde und einige Bärenarten wie der asiatische Schwarzbär finden lassen. Der indonesische Tiger hat eine Länge von drei Metern und wiegt 200 kg, auch er lebt im Kardamomgebirge, weswegen Touristen ihn wohl nie zu Gesicht bekommen werden. Hinzu kommen solche Exoten wie Königskobra, zwei Meter lange Warane und die gestreifte sowie giftige Krait-Natter.

Am und im Tonle Sap leben viele Wasservögel und mehr als 850 Fischarten und einige Krokodilarten. Der größte Fisch ist der drei Meter lange und 300 kg schwere Mekong-Riesenwels, der vermutlich größte Süsswasserfisch der Welt und ebenso vom Aussterben bedroht. Das Prek Tuol-Naturschutzgebiet ist Teil des Sees und dient dem Schutz der Tiere. Der untere Abschnitt des Mekong ist Lebensraum für die selten gewordenen Irawadidelfine (50-100 Tiere) und der Cantor-Riesen-Weichschildkröte, die man für ausgestorben hielt. Das Kouprey-Rind, der Risenibis, die Batagur-Schildkröte und die Riesenbarbe gehören mittlerweile zu den Nationalsymbolen Kambodschas und stehen daher unter besonderem Schutz.

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Kambodscha


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