Kambodscha - Einwohner und Religionen

Menschen und ethnische Gruppen

Kind in Kambodscha

Die Khmer stellen die dominierende Ethnie in Kambodscha dar, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei 86 bis 90%. Damit ist Kambodscha im Vergleich zu anderen Ländern in Südostasien relativ homogen. Die Khmer sind eng verwandt mit dem Bergvolk der Mon, die primär in Birma ansässig sind. Ihre gemeinsamen Wurzeln liegen in China, vermutlich kam es im 3. Jahrhundert zu einer Völkerwanderung der Proto-Mon-Khmer in Richtung Süden. In Thailand, Laos und Vietnam finden sich bis heute Gruppierungen, die den Mon in Sprache und Kultur sehr nahe stehen. Umgekehrt leben Vietnamesen (knapp 5%), Chinesen (1%), Cham (bis zu 4%), Thais, Laoten und verschiedene Bergvölker als ethnische Minderheiten in Kambodscha. Die Cham stammen aus dem ehemaligen Champa-Reich, heutiges Südvietnam, welches wiederrum malaiische und polynesische Wurzeln hatte. Heute leben sie in Kambodscha vor allem am Unterlauf des Mekong, arbeiten als Viehhändler, Seidenweber und Schlächter. Die vietnamesische Minderheit hat immer wieder unter rassistischen Gewaltexzessen seitens der kambodschanischen Regierung und auch der Bevölkerung zu leiden. Ähnlich erging es auch den chinesischen Siedlern, von denen viele während des Pol-Pot-Regimes starben, heute aber aufgrund der ökonomischen Macht Chinas auf Kambodscha einen relativ sicheren Status genießen. Die Bergvölker sind Thais, die in den bergigen Grenzgebieten als Halbnomaden leben, das heißt, sie betreiben Brandrodung, halten Nutztiere und praktizieren einen animistischen Glauben.

In Kambodscha wird vor allem die Amtssprache Khmer gesprochen, aber auch Chinesisch, Vietnamesisch, Cham und etliche andere Minderheitensprachen wie Lamam und Mnong. Englisch und Französisch konkurrieren um den Status der beliebtesten Fremdsprache. Die französische Regierung unterstützt und finanziert Bemühungen, um den Einfluss auf das ehemalige Kolonialgebiet aufrecht zu halten und die eigene Sprache durchzusetzen.

Der Altersdurchschnitt der Kambodschaner liegt bei 21,7 Jahren. Der Geburtenrate von 27 (pro 1000 Einwohner) steht eine Sterberate von 9 gegenüber. Trotzdessen die Kindersterblichkeit recht hoch ist (52 bei 1000 Geburten), beträgt das Bevölkerungswachstum immerhin 2,4%.

Die Alphabetisierungsrate liegt bei 73,5% (2006), wobei Männer deutlich besser alphabetisiert sind (85%) als Frauen (64%).

Religionen

Buddhismus in Kambodscha
Der Buddhismus spielt eine wichtige Rolle in Kambodscha.

Trotz Buddhismus als Staatsreligion stellt die innergesellschaftliche Gewalt gegen Frauen ein großes Problem dar, vor allem sexuelle Ausbeutung, Frauenhandel sowie Bildungs- und Berufswahlbenachteiligung.

Kambodscha ist ähnlich wie Thailand und Laos ein buddhistisch geprägtes Land. Knapp 95% der Bevölkerung gehören dem Theravada-Buddhismus an. Im 9. Jahrhundert wurde er mit dem Einfluss des Srivijaya-Reiches nach Kambodscha gebracht. Er hatte sich im 14. Jahrhundert gegen den Hinduismus endgültig durchgesetzt und war bis zur Machtergreifung Pol Pots 1975 Staatsreligion. Unter den Roten Khmer wurden fast sämtliche Mönche getötet, und die meisten Tempel und Moscheen zerstört. Heute ist der Buddhismus wieder in der Verfassung verankert. Muslime sind mit 4% hauptsächlich bei den Cham, Christen mit 1% vor allem bei den Vietnamesen vertreten.

Die spiritistische Religion (Bsp.: Animismus) spielt auch innerhalb der Heilkunst eine wesentliche Rolle, das heißt, dass Medizinmänner und Schamanen im Stile des “Thnam Boran“ (traditionelle Medizin) tätig sind und mit den Ritualen zur Austreibung böser Geister teilweise mehr Vertrauen genießen als die Schulmediziner. Auch in den Wats wird mittels Kräutern und Segnungen geheilt.

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Kambodscha


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