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Hiroshima - Nachdenklichkeit

immernoch 6.9.2009:
gegen 10:13 in Kyoto losgefahren erreichten wir auf die Minute pünktlich Hiroshima gegen 12 Uhr. Wir hatten also noch viel Zeit um Hiroshima zu erkunden. Also raus aus dem Bahnhof und kurz gecheckt wie das mit der Straßenbahn hier funktioniert. Gar nicht schwer - aber wir beschlossen die 1,2km dennoch zu laufen. Also wanderten wir die 15 Minuten bis zum Atomic Bomb Dome. Exakt über dieser Ruine wurde bekanntlich 1945 die erste Atombome als Waffe gegen Menschen benutzt. Noch eine handvoll Jahre zuvor hatte ich riesen Angst nach Hiroshima oder Nagasaki zu gehen - Angst vor der tödlichen Strahlung. Abgesehen davon konnte ich mir damals sowieso nicht vorstellen warum ich hierher kommen sollte - nach Japan. Nun ja 2009 war es dann soweit und ich stand plötzlich ziemlich bedepert und bestürzt hier. Vor allem die Besichtigung des Parks und der Gedenkstätte dort also auch das große Museum hinterließ bleibene Eindrücke und Bestürzung.


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Nachdem jeder von uns getrennt in seinem Tempo durch das Museum über den Krieg und die Atomwaffe geschlurft ist, trafen wir uns ziemlich fertig vor dem Gebäude wieder. Wir beide waren tief betroffen und traurig - kaum Worte konten wir finden über das Leid und die Folgen die der Krieg und die Atomwaffe verursacht hatten. Neben den vielen ekeligen Details und vorher nachher Bildern hat mich vor allem überrascht wie langfristig der A-Bombeneinsatz von den Amerikanern geübt wurde. Es wurden wohl mit Attrappen vorher so gut wie alle japanischen Städte bombardiert - allein über Tokio wurden 45 Attrappen abgeworfen. Soweit ich mich erinnere wurde wohl derartige Attrappen auch über Deutschland abgeworfen.

Ziemlich verstrahlt genehmigten wir und die dringend nötigten Biere und versuchten das Gesehene zu verdauen während wir zu unserem vorreservierten Hostel nähe Hauptbahnhof schlenderten. Als uns der Besitzer des Hostels  ("Hana Hostel Hiroshima" - http://hiroshimahostel.jp/ ) beim Checkin fragte ob wir an einer Sake (japanischer Reiswein) Verkostung teilnehmen wollen stimmten wir sofort zu. Das Hostel lag ca. 400m vom Hauptbahnhof enfernt und kostete 6800 Yen / Doppelzimmer mit Aircon und eigener Bad-Toiletten-Dusch-Kabinenbox. Ziemlich beengt diesmal aber sauber, zentral und preiswert und mit Blick auf nen Minifriedhof.

In Hiroshima wagten wir uns ausnahmsweise zum Abendessen in ein örtliches Spezialitäten Restaurant. Direkt neben dem Hochzeitsladen in unserer Straße gab es einen Okonomiyaki - Restaurant. Okonomiyaki - dafür ist Hiroshima bekannt - die sollen hier besonders lecker sein oder gar ihren Ursprung haben. Im Prinzip ist das vereinfacht gesagt klein geschnittenes Gemüse vor allem Kohl und Eier ggf. dazu noch andere Zutaten wie Fisch oder Fleisch welches auf einer heißen Platte wie ein dicker Eierkuchen gebraten wird. Wir bestellten die Variante ohne Fisch (Sakana Denai) dafür mit Nudeln. Dennoch ließ sich - wie erwartet - der Koch nicht davon beirren ordentlich Fischpulver und getrocknete Fischschuppen unterzurühren - wir haben aber dennoch beide aufgegessen! Bier hilft! Schon etwas angedüdelt gings dann nochmal auf die Pirsch das taube Gefühl der Museumsnachwehen endgültig abschütteln. Wir besuchten die endlos unterkellerten Bahnhofstunnelgallerien und Rolf zuliebe eine typische japanische Pachinko-Spielhalle. Zurück zum Hostel - langten wir bei der Sake Verkostung ordentlich zu - wie schmeckte nochmal der helle milchige hier - ham wir den hellen hier schon probiert - och lass uns doch auch mal den hellen hier probieren. Gut das der Meister uns drei riesige 2 Literflaschen für die Verkostung überließ... Anschließend noch das Absackerbier auf der obligatorischen Dachterrasse die aber eher einer Waschküche glich.

7.9.2009:
Aufstehen und erstmal ne KopfTablette und ein Schluck Cola gegen den Kater - in der Dusch-Klo-Kabine frisch machen und los gehts. Ziel heute eigentlich die Insel Honshu verlassen und auf Shigoku übersetzen mit der Fähre nach Matsuyama. Doch irgendwie hatten wir beim durchstöbern des Reiseführers (Lonely Planet) bemerkt, dass es hier bei Hiroshima so einen berühmten Shrine/Tempel gibt wo so ein Kanji-Schriftzeichen aus rotem Holz im Wasser steht. Das kannte man von diversen Fotokalendern oder Bestof Highlights der Welt... Das wollten wir als nicht verpassen.

Auf nach Miyajima


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