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Nagashima Resort

19.11.2009: Ausflug zum Nagashima Resort
Etwas überrumpelt wurde heute Nachmittag entschieden 1,5h Stunden zum Nagashima Resort zu fahren.  Da ich nicht wusste was mich erwartet habe ich leider nur die kleine Kamera mitgenommen – schade. Zuerst ziemlich skeptisch musste ich feststellen das hier jemand einen Garten angelegt hat mit Blumen die leider fast gänzlich verblüht sind und sich dennoch nicht schämt das ganze sogar im Fernsehen zu bewerben und dafür 10€ Eintritt zu verlangen.


„Digitalis“ wenn das mal nicht eine Anspielung auf die digital gesteuerten Beleuchtungseffekte sein sollte...
eine heiße Thermalquelle an der man sich die kalten Füße wärmen konnte
auch Gewächshäuser mit tausenden Orchideen gehörten zum Park (extra Eintritt 5 €)

Doch als es dunkel wurde erkannt ich, das nicht die Blumen die Attraktion sein sollten – sondern die extravagante exzessive Beleuchtung. Es war schon überwältigend. Der gesamte Park war mit Teppichen aus Lampen zugepflastert die wogend die Farben wechseln konnten.

Leider mit meiner kleinen Kamera kaum einzufangen - war das nächtliche Farbenspiel echt der Hammer. Tunnel aus Millionen kleiner Lämpchen und eine mit Nebel und Laser erzeugte künstliche „Aurora“ samt Sternschnuppen – die Japaner…. Schon interessant was eine Gesellschaft an Freizeitaktivitäten und Geschäftsideen hervorbringt – wenn Sie so dichtgedrängt zusammenwohnt.

6.12.2009: Katastrophen Schutzübung

Auch das Unterhaltungsprogramm im Wohnviertel wurde fortgesetzt. Neben den Festivals im Sommer und Erntedankfestumzügen im Herbst waren nun

  • Zuerst je Straßenzug gemeinschaftliche Reinigungsaktion der Regenwasserdrainage (mit Feuerwehrschläuchen)
  • Danach abendliche Kimonoumzüge mit Holzklappern und Singen (traditionelle Warnung vor Feuer während der Wintermonate)
  • Eine Katastrophenschutzübung mit Feldküche, Durchzählaktion und allerlei andere Übungen angesagt
Am Notfall Sammelpunkt – neben dem Dam und unter den Hochspannungsleitungen…
wurde Feuerlöschen geübt...

Das langsam Weihnachten näher rückt hat man ansonsten nicht gemerkt. In den Shoppingmalls wurde natürlich die Deko entsprechend angepasst aber den üblichen Weihnachststress konnte ich dieses Jahr umgehen :) . Geschenke gibt’s hier eher nicht und wenn dann nur für die Kinder. Witzig fand ich das zum Nikolaus einige Geschäfte gefüllte Stiefel in den Auslagen stehen hatten – aber anscheinend keiner so richtig wusste etwas damit anzufangen. Die Kinder kennen hier keinen Nikolaus.

Die Grinsebacke freut sich über die Karte von den Kollegen der HTWK – die überraschend eingetroffen ist. Wie ihr seht habe ich tatsächlich in der Wohnung einen winzigen Weihnachtsbaum stehen – den haben die Schwiegereltern extra für mich besorgt. Der ist garnichmal so schlecht – nadelt nicht leuchtet und blinkt dafür was das Zeug hält.

Flucht nach Thailand ins warme...

15.12.2009: Thailand
Da sich Mitte Dezember dann langsam die Temperaturen ins ungemütliche entwickelten beschloss ich mich für einige Tage nach Thailand abzusetzen und mich mit Tommy zu treffen der ja bekanntlich seit 5 Jahren dort in der Nähe (genauer in Kuala Lumpur) lebt.  Die Thailänder waren so begeistern über meinen 5. Besuch dort dass Sie den Geldautomaten in Bangkok am Flughafen anwiesen sofort meine Kreditkarten einzubehalten und so verbrachte ich dort erst mal einige Stunden am Automaten wartend bis die Karten befreit wurden (DKB Visa Karte und Citibank Visa Karte). Wie sich rausstellte waren beide Karten mal eben gesperrt worden  - wahrscheinlich bin ich durch mein Reiseverhalten nicht nur bei den Banken in den Terrorlisten verzeichnet…  Von Bangkok ging es gleich weiter nach Krabi im Süden Thailands - mehr im der Reisebericht Thailand 2009.

Nicht unterschlagen will ich an dieser Stelle das Problem mit meinem japanischen Visum. Durch die Ausreise aus Japan - ist nämlich das extra in Berlin besorgten 1 Jahres Visum futsch und meine "Alien Registration Card" samt japanischer Krankenversicherung auch. Bei der Ausreise lies mich das erstmal noch kalt. Bei der Rückreise war mir nun ein bisschen mulmig was passieren würde. - Wie erwartet in Nagoya am Flughafen großes palaver - ich stellte mich noch döööfer als ich tatsächlich bin (man hält es nicht für möglich aber das geht) - ich konnte nicht mal mehr englisch sprechen. Und sah auch richtig doof aus - so in Sandalen kurzer Hose kein richtiges Gepäck nur ne Gürteltasche dabei usw. und in Nagoya lag bereits Schnee... Die Strategie ging auf! Ich sollte aber schnellstmöglich zum Amt und irgendwie neues Visum und neu neue Alien Card abonieren - jaja nix verstehen...

Das kalte Japan

25.12.2009:
Zurück in Nagoya musste ich feststellen das hier nun der Winter endgültig eingekehrt ist. Es lag Schnee und die Temperaturen hatten sich auch welch Wunder unter den Gefrierpunkt verabschiedet.  Es ist schon bemerkenswert wie dieses Land mit der fortschrittlichsten Technologie der Welt im Winter haust. Die Häuser hier auf Honshu der Hauptinsel haben keine eingebaute Heizung – die Heizfunktion der Klimaanlage kann man mit dem eines Föns vergleichen. Wärmeisolierung bei Häusern ist völlig unbekannt und die Einscheiben-Verglasung der Schiebefenster trägt auch nicht positiv zur Bilanz bei. Also wird in einem einzigen Zimmer des Hauses ein portabler Kerosin Ofen den ganzen Tag laufen lassen. So auch bei uns.

Kotatzu - Tisch mit druntergeschraubten Tauchsieder + Decke drüber
Unser Kerosinofen - mit Erdbeebenabschaltfunktion und Gitter fürs Kind - damit er dran Erdbeben "auslösen" kann - welche Freude jedesmal...

Viele Dinge verstehe ich nun besser z.B. warum die Klobrillen beheizbar sind und warum die Japaner ihr „Ofuro“ so lieben. Das Ofuro ist sowas wie die Badewanne bei uns. Auf Knopfdruck von der Fernbedienung lässt im Badezimmer die Wanner automatisch Wasser ein, stoppt es wenn es voll ist und hält es solange durch Zirkulation und nachheizen warm bis alle fertig sind mit dem Baden. Gebadet wird dann auch jeden Tag – immer Abends . Obwohl das Bad (wie alle anderen  Räume)  keine Heizung hat ist es dann in der Badewanne selbst super gemütlich warm und ich verbringe Stunden darin – meist mit Manabu zusammen der das auch super findet.

Den restlichen Tag verbringen wir nun noch häufiger in Einkaufzentren als im Sommer – da es dort selbstverständlich beheizt ist.

Ich verstehe warum der Japanische Arbeitnehmer gern länger arbeitet – ist es auf Arbeit doch warm und zuhause meist kalt….

Um im einzigen bewohnten Zimmer so etwas wie Gemütlichkeit zu erzeugen haben die Japaner den „Kotazu“ erfunden – siehe Foto. Ein Tisch unter dem ein Elektroheizung installiert ist und darüber wird eine große Decke gelegt und erneut eine Tischplatte darüber. So sitz man dann mit den Beinen unter dem Tisch abends gemütlich beisammen. Wir haben aus Platzgründen leider keinen Kotatzu aufgebaut  - dort steht jetzt dafür BuChans Laufgitter.

30.12.2009: Kino – hurra

Heute gabs endlich den lang erwartet Film Avatar natürlich in 3D zu schauen. Nach "2012" der zweite Kinofilm den ich in Japan besucht habe. In den großen Einkaufszentren gibt’s im Kino die meisten Blockbuster auch mit Originalton. Die Eintrittspreise pro Film in der normalen Abendvorstellung liegen bei 1800 Yen (13€) und der 3D Zuschlag für die Mehrwegbrille 300Yen (2,2€).

Die Vorstellungen beginnen Pünktlich – die Werbung vor dem Film läuft während sich der Saal füllt – und nicht wie bei uns bis zu 30 Minuten nach offiziellem Filmbeginn. In einem Clip gegen das illegale Abfilmen und Telefonieren im Kino belehrte ein Comic - Hitler die Gäste.

Der Film war klasse aber das brauch ich euch ja nicht zu schreiben – habt ja bestimmt ebenfalls alle den Film gesehen.

Anschließend wurden noch Fotos für die Neujahrsgrußkarten fabriziert. Dazu gibt es ganz spezielle Automaten mit denen man das ganze recht schnell erledigen kann.


Nach dem Fotoschießen geht man an die Bearbeitung und Illustration der Fotos…
Das Resultat dann kunterbunte Aufkleber in allen Größen – für die Neujahrskarten, das Handy, den Spiegel im Bad, fürs Auto usw. überall können jetzt diese Sticker verteilt werden.
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