Politik und Wirtschaft in Italien

Staatsform und Wahlen

Politik und Wirtschaft in Italien

Nach der Zeit der Diktatur wurde Italien 1946 zur parlamentarischen Republik. Der Staatspräsident ist gleichzeitig das Staatsoberhaupt des Landes, wird auf sieben Jahre gewählt und nimmt vorwiegend repräsentative Funktionen wahr. Er beteiligt sich jedoch auch an der Regierungsbildung und ist Oberbefehlshaber über das italienische Heer. Vor allem bei der Bewältigung von Regierungskrisen kommt dem Staatspräsidenten eine wichtige Rolle zu. Das italienische Parlament ist in zwei Kammern untergliedert – die Abgeordnetenkammer und der Senat. Beide Kammern werden alle fünf Jahre neu gewählt und sind gleichberechtigte Entscheidungsträger. Die Abgeordnetenkammer zählt 630 Abgeordnete und ist mit dem deutschen Parlament vergleichbar. Im Senat arbeiten 315 Abgeordnete, die auf der Grundlage der Mehrheitsverhältnisse der einzelnen italienischen Regionen gewählt werden.

Das italienische Wahlrecht ist so ausgerichtet, dass es im Vergleich zum deutschen, keine Parteien privilegiert, sondern vielmehr Parteienbündnisse. Die beiden Bündnisse konkurrieren um die Mehrheit der Wähler und erleichtern somit den Überblick über die Vielzahl der kleinen Parteien. Trotz eines besseren Einblicks in die politischen Lager haben italienische Wähler aber nicht die Möglichkeit, auf die Auswahl einzelner Personen in Parlament und Senat Einfluss zu nehmen.

Die italienische Parteienlandschaft ist im Vergleich zur deutschen sehr stark zersplittert und ständigen Veränderungen unterworfen. Parteien ändern ihre Namen, schließen sich zusammen, wechseln die Wahlbündnisse oder gründen sich gänzlich neu. Daher gibt es eine Vielzahl sehr kleiner Parteien, die mitunter weniger als zwei bis drei Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen, aber durch ihre Zugehörigkeit auf einen der beiden politischen Blöcke dennoch politisches Gewicht haben. Die wichtigsten Parteien, die im römischen Parlament vertreten sind, sind die Rechtspartei Popolo della Libertà (PDL), die Mitte-Links Parteien Partito Democratio (PD) und Italia dei Valori (IDV) sowie die katholische Partei Unione dei Democratici Cristiani (UDC) und die Lega Nord, eine separatistische Partei, die mit starken rassistischen Tendenzen immer wieder auf sich aufmerksam macht.

Wirtschaft

Italiens Volkswirtschaft wurde in den letzten Jahren zunehmend privatisiert und erlebt seit 2006 einen wirtschaftlichen Aufschwung, der jedoch im Rahmen der Finanz- und Bankenkrise 2008 einen starken Dämpfer erhielt. Italien lässt sich wirtschaftlich betrachtet in den stark industrialisierte Norden und den agrarisch geprägten Süden untergliedern. Während der Süden des Landes eher strukturschwach ist, verfügt Norditalien über einen gut entwickelten Dienstleistungssektor. Die bedeutendsten Standbeine der italienischen Wirtschaft sind der Tourismus, der immerhin 63 % aller Wirtschaftsleistungen ausmacht, die Industrie und die Landwirtschaft. Die begehrtesten Industrieprodukte “Made in Italy“ stammen von Fiat, Ferrari, Benetton und Gucci. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse sind Oliven, Datteln und Äpfel wie auch Artischocken, Mais und Tomaten. Selbstverständlich haben auch die Herstellung und der Export von Wein und Käse eine gewichtige Rolle für die italienische Wirtschaft. Einen besonderen Reichtum an Bodenschätzen gibt es im Bereich Erdgas und Petroleum.

Das Gehaltsniveau gestaltet sich in Italien niedriger als in Deutschland. Gesetzliche Mindestlöhne werden von den meisten Gewerkschaften den Arbeitgebern ausgehandelt. Die Löhne in Süditalien sind jedoch bis zu einem Viertel niedriger als in Norditalien. Die italienische Börse ist in Mailand beheimatet. Der italienische Leitindex S&P MIB umfasst die Börsenwerte der 40 wichtigen Unternehmen des italienischen Aktienmarktes.

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