Die Geschichte Italiens

Italien hat sich bereits in der Antike zu einem der wichtigsten europäischen Kulturzentren herausgebildet und war einst sogar der Mittelpunkt des Römischen Reiches. Aus dieser Zeit stammen viele Charakteristika, die sich noch heute in der architektonischen Struktur der Gebäude wiederfinden lassen. Bis ins 20. Jahrhundert hinein haben nicht nur italienische Bauherren die Kunstströmungen der Antike immer wieder aufgegriffen. Doch auch in der Zeit nach dem Niedergang des Römischen Reiches blieb Italien ein Machtzentrum, von dem aus immer wieder neue Ideen in Kunst und Politik Einfluss auf die Entwicklung Mitteleuropas nahmen.

Antike

In der Antike galt Rom, die ewige Stadt, als das Zentrum der Welt. Nicht nur die Etrusker, sondern vor allem die Griechen brachten bei der Besiedlung Italiens ihre Philosophie, Baukunst und Kultur in das Land. Nach der Vertreibung der letzten etruskischen Adelsherrscher im 5. Jahrhundert v. Chr. wandelte sich das Land in eine Republik mit einer klar voneinander abgegrenzten Gesellschaftsschichten zwischen Patriziern, Plebejern und Sklaven. In den Jahrhunderten der Republik dehnte das Römische Reich seinen Herrschaftsbereich auf alle Mittelmeerländer aus. Aufgrund innerer Spannungen und Bürgerkriege veränderte sich die Machtstruktur im ersten Jahrhundert v. Chr. Gaius Julius Caesar, der sich bereits in Gallien als erfolgreicher Feldherr erwiesen hatte, riss die Macht an sich. Anhänger der Republik konnten auch durch seine Ermordung im Jahr 44 v. Chr. nicht verhindern, dass die Zeit der republikanischen Verfassung zu Ende ging. Im Jahr 27 v. Chr. wurde Oktavian (Augustus) als Alleinherrscher legitimiert. Mit seiner Herrschaft begann die Römische Kaiserzeit, die sich bis in die Wirren der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert hinein halten konnte.

Spätantike und Mittelalter

Nach der Besetzung und Besiedlung durch gotische Volksstämme zerfiel das Land rasch in viele kleinere Herrschaftsgebiete. Mit dem Siegeszug von Karl dem Großen wurden Nord- und Mittelitalien zu einem Teil des “Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“. Süditalien blieb unter der Herrschaft langobardischer Fürsten. Als der Einfluss der Araber, die Sizilien beherrschten, wuchs, riefen die Langobarden normannische Söldner zu Hilfe, um ihre Landesgrenzen zu sichern. Das führte dazu, dass die Normannen schließlich ganz Süditalien unter der Krone von Sizilien vereinten und zu einem wichtigen Verbündeten der Päpste gegen den Machtanspruch der römisch-deutschen Kaiser wurden. Per Erbfolge fiel das Gebiet schließlich im 12. Jahrhundert an die Staufer, die bereits Norditalien kontrollierten. Palermo wurde zur Residenzstadt des Stauferkaisers Friedrich II.

Renaissance

Bereits im späten Mittelalter konnten sich zahlreiche Handelsstädte wie Genua, Venedig, Florenz oder Mailand als nahezu unabhängige Stadtstaaten etablieren. Mit dem Aufstieg mächtiger Handelsdynastien wie der Medici und der Fugger im 15. Jahrhundert n.Chr. veränderte sich das gesamte Gesellschaftsbild. Man besann sich auf die Werte und Errungenschaften der Antike. Künstler wie Michelangelo und Leonardo da Vinci schufen ihre Meisterwerke. Die Literatur wandte sich mit Boccaccio, Dante und Petrarca von der Theologie weg hin zu weltlichen Themen.

Frühe Neuzeit und Nationale Einigung

Uneinigkeiten in der Erbfolge und Expansionsbestrebungen der Nachbarländer verhinderten die politische Einigung Italiens, bis Napoleon 1796/1797 das Land schließlich eroberte und seinen Bruder Joseph zum König machte. Nach dem Wiener Kongress wurde Italien erneut zum Spielball fremder Mächte. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wuchs. Sie führte schließlich zu den Italienischen Unabhängigkeitskriegen. Eine besondere Rolle in dieser Zeit des “Risorgimiento“ fiel dem Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi zu. Mit seiner Unterstützung wurde im Jahr 1861 der König von Sardinien, Viktor Emanuel II, zum König von ganz Italien ausgerufen.

Die Diktatur Mussolinis

Nach erfolgreicher Beteiligung am 1. Weltkrieg geriet das Land in eine wirtschaftliche, soziale und politische Krise. Benito Mussolini nutzte die Angst der Bevölkerung vor einer bolschewistischen Revolution, um im Jahr 1922 mit seiner Nationalen Faschistischen Partei (“Partito Nazionale Fascista“, PNF) die Macht zu ergreifen. Die Folgen der Weltwirtschaftskrise wurden durch die Verstaatlichung bankrotter Unternehmen, populistischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und einer massiven Förderung öffentlicher Infrastrukturprojekte gelindert. 1937 trat Italien dem „Antikommintern-Pakt“ zwischen Deutschland und Japan bei. Die militärischen Expansionspläne Italiens im 2. Weltkrieg scheiterten. Im Jahr 1943 landeten die Alliierten auf Sizilien und übernahmen bald darauf die Macht.

Von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart

Nach dem 2. Weltkrieg verlor Italien seine Kolonien in Libyen, Äthiopien und Eritrea. Im Jahr 1948 trat eine republikanische Verfassung in Kraft. Italien musste Gebiete an Jugoslawien, Griechenland und Österreich abtreten. 1957 gehörte das Land zu den Mitbegründern der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der Vorläuferin der EU. Die folgenden Jahrzehnte waren von wirtschaftlichem Aufschwung gekennzeichnet. Der erfasste jedoch vor allem die Gebiete Mittel- und Norditaliens, was dazu führte, dass viele Süditaliener auswanderten oder in den Norden zogen, um dort Arbeit zu finden. Die wirtschaftliche und soziale Kluft zwischen Nord- und Süditalien ist bis heute ein Thema, das die italienische Gesellschaft beschäftigt.

Kommentare

Download Flash Player: http://www.adobe.com

Italien


Antarktis, Südpol Groenland Naher Osten, Arabien Afrika Südamerika Mittelamerika Nordamerika Europa Asien Australien und Ozeanien