Die Geschichte Irlands

Vor- und Frühgeschichte: Ankunft der keltischen Siedler

Irland wurde vermutlich um etwa 10.000 v.Chr. erstmals besiedelt, jedoch ist aus dieser Zeit wenig bekannt, da schriftliche Überlieferungen fehlen. Ab dem 4. Jhd. v.Chr. besiedelten die Kelten von Nordfrankreich aus die Insel. Sie kontrollierten das Land etwa 1000 Jahre lang und prägten Sprache und Kultur der Insel zum Teil bis heute. Denk nur an das Keltenkreuz, das eines der Symbole ist, die am stärksten mit Irland in Verbindung gebracht werden (Hochkreuz in Kells, Co. Meath)! Bis heute sind Ritualplätze wie zum Beispiel der Steinring und das Kloster auf Inishmurray, Co. Sligo, Pilgerstätten, Gräber wie die Grabstätten in Proleek, Co. Louth und Legananny, Co. Down, Anlagen wie Tara, der Sitz der sogenanntenirischen Hochkönige, Co. Meath) und Steine wie z.B. der Stein von Turoe, Co. Galway) aus dieser Zeit erhalten und stellen touristisch interessante Ziele dar.

Christianisierung und Wikingersiedlungen

Die Römer drangen nicht bis nach Irland vor. Nach dem 5.Jhd. erfolgte die Christianisierung durch den Missionar Patrick, was zu einem kulturellen und religiösen Aufschwung des Landes führte. Klöster gewannen damals an Bedeutung. Zwischen dem 8. und 11. Jhd. kam es immer wieder zu Überfällen durch die Wikinger, die sich in Irland auch niederließen und u.a. die Städte Dublin, Wexford, Limerick und Waterford gründeten. In dieser Zeit wurden auch die typischen, teilweise bis heute erhaltenen Rundtürme gebaut (z.B. am Rock of Cashel), die zur Verteidigung dienten.

Im Konflikt mit England

In den Jahren 1171/72 fiel König Heinrich II. in Irland ein und Irland wurde zu einer englischen Lordschaft. In der Folgezeit hatte Irland lange unter der englischen Herrschaft und starker Armut zu leiden. Von den englischen Baronen wurde ein Feudalsystem errichtet und 1541 ließ sich König Heinrich VIII. zum König von England ausrufen. Die irischen Katholiken wehrten sich jedoch durch Aufstände dagegen, dass Irland der anglikanischen Kirche angeschlossen werden sollte.

1603 ersetzte der englische König Jacob I. das politische System der Stammesführer durch eine Zentralgewalt in Dublin und führte außerdem das Common Law (Rechtssystem Großbritanniens) ein. 1690 fügte Wilhelm II. von Oranien in der Schlacht von Boyne den Iren eine vernichtende Niederlage zu und in der Folgezeit trieben gezielte Handelsverbote Irland in die Rückständigkeit. Die englische Vorherrschaft wurde Ende des 18. Jahrhunderts durch einen Aufstand, dem Hungersnöte, religiöse Konflikte und die Französische Revolution vorausgingen, schwer erschüttert. Irland wurde daraufhin zu einem Teil des englischen Königreichs erklärt und blieb von England abhängig.

Hungersnöte und Bürgerkrieg

Die große Hungersnot infolge der Kartoffelfäule 1845-50 führte zu einer Auswanderungswelle nach Amerika und zu weiteren Aufständen, die niedergeschlagen wurden. Verschiedene Kräfte im Land streben aber verstärkt nach Autonomie. Der Unabhängigkeitskrieg 1919-1921 führte schließlich zur Gründung eines irischen Freistaates, der 1921 von der britischen Regierung anerkannt wurde. Dabei wurde die Insel aber geteilt und die weitgehend protestantischen Grafschaften von Ulster gehörten weiterhin zu England. Es kam noch einmal zu einem Bürgerkrieg, der 1932 endete. 1937 gab sich Irland eine neue Verfassung und blieb im zweiten Weltkrieg neutral. 1949 wurde offiziell die Republik Irland ausgerufen. Die Wirtschaft blieb aber weiterhin schwach und instabil und viele Iren wanderten aus. Die Lage wurde in den 1960er Jahren etwas stabilisiert und verbesserte sich bis 1990 weiter.

Der Nordirlandkonflikt

Nach 1949 kam es zu Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland und in der Folgezeit zu dem andauernden Nordirlandkonflikt, dessen Terror sich zeitweise u.a. durch Bombenanschläge und bewaffnete Übergriffe äußerte und in den sogar die englische Armee eingriff. Erst 1995/96 wurde mit der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) ein Waffenstillstand und 1998 ein Friedensvertrag geschlossen. Mehr als 3000 Menschen ließen in dem Konflikt ihr Leben.

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