Die Geschichte Irans

Safawidenpalast in Isfahan
Ein Palast der Safawiden: Hasht Behesht (dt. "Acht Paradiese") in Isfahan, 2012

Einen Überblick der iranischen Geschichte gibt "Iran. Weltreich des Geistes" von Michael Axworthy, erschienen 2011 im Wagenbach Verlag

Kulturwissenschaftler und Historiker unterscheiden in der Geschichte Irans zwischen Alt- und Neuiranistik. Als Marker für diese Unterscheidung gilt die Ausbreitung des Islam im heutigen Gebiet des Iran. Im 7. Jh. n. Chr. eroberten muslimische Gruppen das Reich der Sassaniden. Seither vermengen sich iranische und islamische Kultur und inspirieren zum künstlerischen Schaffen. So entstand wohl auch Goethes Westöstlicher Diwan.

Die ersten Königreiche

Im 3. Jh. v. Chr. gründete Arsakes inmitten der iranischen Steppe das Arsakidenreich (auch Partherreich genannt) im heutigen Turkmenistan. In den folgenden hundert Jahren dehnten seine Nachfahren ihr Herrschaftsgebiet bis zum Indus im Osten und bis zum Euphrat im Westen aus. In Persepolis nannte sich der Regent von da an “König der Könige“. Über wichtige Provinzen des Arsakidenreiches herrschte jeweils ein König. Der Euphrat markierte die Grenze zum Römischen Reich. Nachfahren von Arsakes bauten das Bewässerungssystem erheblich aus und gründeten Städte, besonders in Mesopotamien, wo die Arsakidenherrscher seit Mitte des 2. Jh. v. Chr. lebten.

Im 3. Jh. n. Chr. vertrieben Sassaniden aus Persis, dem heutigen Fars, die regierende Arsakidenfamilie. Die Grenzen des Reiches veränderten sich während der kriegerischen Auseinandersetzungen: im Westen verlor das Reich an Einfluss, im Osten dagegen vergrößerte es sich bis zum Hindukusch. Auch die Sassaniden bauten Bewässerungssysteme aus und waren in Städten ansässig.

“Êrân“, ein mittelpersischer Ausdruck für das damals herrschende Volk der Arier, gilt seit der Zeit der Sassaniden (224 – 651 n. Chr.) als Bezeichnung für eine politische, religiöse und ethnische Einheit auf dem Gebiet des heutigen Iran.

Die Ausbreitung des Islam

Muslimische Truppen eroberten 636 n. Chr. und in den folgenden Jahren das Reich der Sassaniden. Dabei zerfiel das ehemalige Großreich in einzelne Provinzen wie z.B. in Aserbeidschan, Fars und Chorasan, in denen sichdiverse Dynastien muslimischer Herkunft bis zum Anfang des zweiten Jahrtausends die Herrschaft teilten.

Von 1038 – 1924 herrschten Dynastien nomadischen Ursprungs über das Land. Wie die Seldschuken, die Chorasan (im heutigen Iran) 1038 eroberten, waren auch andere Herrscher Turkmenen aus Zentralasien oder aber mongolischen Ursprungs, die auf der Suche nach Weide für ihre Herden nach Westen zogen und das zersplitterte persische Reich unter ihre Herrschaft brachten.Das Reich spaltete sich auf in zwei große Herrschaftsgebiete, eines der “Ak – Koyunlu“ (1378 – 1508), einer turkmenischen Konförderation, im Westen und in das Reich der “Timuriden“, mongolischen Ursprungs im Osten. 1258 eroberten letztere in Bagdad das Kalifat der Abbasiden. Mit den Timuriden gelangten auch chinesische Einflüsse der Mongolenzeit, z.B. fernöstliche Malerei in ihr neues Reich. Die Timuriden nahmen sowohl persische als auch türkische Einflüsse in ihre Kultur auf. Im eroberten Gebiet um Bagdad herum tauschten eroberte und erobernde Gruppen in gewisser Weise Kultur aus. Die Eroberer nahmen den Islam an und zwangen ihre Untertanen sich mit dem importierten Kulturgut, z.B. mit fernöstlicher Bilderkultur, auseinander zu setzen.

1501 eroberte die turkmenische Dynastie der Safawiden das Reich der Timuriden. Der Staat der Safawiden begründete sich östlich und westlich des zentraliranischen Hochlandes und führte so West- und Ostiran wieder zusammen. Isfahan war Hauptstadt des Reichs der Safawiden. In jener Zeit entstanden meisterhafte Bauwerke, z. B. unzählige Brücken über den Zayandeh Rud und andere, die du heute in Isfahan besichtigen kannst. Zunächst gehörte die Mehrheit ihrer Untertanen dem sunnitischen Islam an. Doch wandten sich die Safawiden der schiitischen Richtung des Islam zu. 1501 machten sie die Zwölfer-Schia zur Staatsreligion. Darüber hinaus entstanden in dieser Zeit erste diplomatische Kontakte zwischen Europa und den Safawiden. Bis 1722, als die Herrschaft der Safawiden endete und Afghanen einfielen, ergaben sich viele der Grenzen des heutigen Iran.

Von der Herrschaft der Qadscharen bis in die Neuzeit

Nach der zunehmenden Destabilisierung der Grenzen und der Schwächung der Safawiden-Herrscher übernahmen die Qadscharen, ein turkmenischer Stamm, die Herrschaft und regierten ab 1789 von Teheran aus ihr Reich. Sie herrschten bis 1924. Dann begann in Iran ein halbes Jahrhundert der Monarchie – durch Pahlavi, der Herrschaftsdynastie des persischen Shahs. Seit 1979 führen schiitische Gelehrte die Regierung Irans.

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