Politik und Wirtschaft in Indonesien

Staatsform und Wahlen

Politik und Wirtschaft in Indonesien

Indonesien ist eine sehr junge Präsidialrepublik. Erst 1999 kam es zu einer freien Präsidentschaftswahl, obwohl die Verfassung dies schon seit 1945 vorsah. Die Volksversammlung wählt den Präsidenten und berät zu wichtigen politischen Themen. Der Präsident wird seit 2004 jedoch direkt für fünf Jahre vom Volk gewählt. 2004 konnte sich der Vertreter der neu gegründeten “Demokratischen Partei“ durchsetzen. Er ist Inhaber der Exekutive und leitet das von ihm ernannte Kabinett. Das Parlament besteht aus 550 Mitgliedern, sie stammen aus ihren entsprechenden Wahlkreisen. Die zweite Kammer setzt sich aus 132 Regionalvertretern zusammen, hier werden die 33 Provinzen mit jeweils vier Abgeordneten repräsentiert. Die verfassungsgebende Versammlung vereint beide Kammern, sie kann über Verfassungsänderungen und über Einsatz und Amtsenthebung des Präsidenten entscheiden. Andere Parteien sind die Golkar und die PDI-P (“ Demokratische Partei des Kampfes Indonesiens“).

Das Millitär spielt in der indonesischen Politik eine wesentliche Rolle, nicht nur, dass mehr Gelder aus der Staatskasse an das Militär fließt als in das Gesundheitswesen, auch werden wichtige Positionen immer wieder in einem kleinen Kreis ausgewählter Generäle und Offiziere verteilt.

Indonesien ist Mitglied der Vereinten Nationen und der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations).

Wirtschaft

Die traditionelle landwirtschaft spielt in Indonesien immer noch eine wichtige Rolle.
Die traditionelle landwirtschaft spielt in Indonesien immer noch eine wichtige Rolle.

Indonesien gehört zu den Next-Eleven-Staaten, also zu den Ländern, die laut Goldman-Sachs-Prognosen bald einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben könnten, da sie eine freie Marktwirtschaft, Fachkräfte und eine gute Infrastruktur besitzen. Einige Unternehmen stehen jedoch unter staatlicher Kontrolle wie beispielsweise die Energiewirtschaft, und noch unterscheidet sich der Standard des Straßen- und Zugnetzes von Insel zu Insel. 1998 erschütterte die Asienkrise Indonesiens Wirtschaft. Die Währung (Rupiah) verlor zwei Drittel des Wertes und viele Unternehmen brachen zusammen. Heute hat sich die Wirtschaft wieder erholt und sich vermehrt dem internationalen Handel geöffnet. Die Wirtschaft besteht vor allem aus den Sektoren Landwirtschaft (Reis, Maniok, Kakao, Kaffee, Palmöl), Industrie (Nahrungsmittel, Petroleum, Textilien, Tourismus) und Dienstleistungen. Indonesien ist reich an Zinn, Nickel, Kupfer und Erze, die abgebaut und verarbeitet werden. Übrigens liegt die größte Goldmine der Welt in West-Papua, das entsprechende Unternehmen hat sich jedoch nicht nur für Arbeitsplätze, sondern ebenso für Umweltverschmutzung und für Verstöße gegen Menschenrechte verantwortlich gemacht, da sie die Vertreibung und Tötung einheimischer Papuas aus der Region veranlasst haben.

Ausgeführt werden die Produkte wie Erdgas, Holz, elektrische Geräte und Gummi vor allem nach Japan, in die USA, nach China und Malaysia. Erdöl war einst der größte Exportzweig, mittlerweile muss Indonesien wieder importieren, da die Ressourcen zu Ende gehen. Auf der Import-Liste stehen auch Industrie-Maschinen und elektronische Geräte ganz oben.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, der jedoch nach den Terroranschlägen auf Bali 2002 und 2005 einen herben Rückschlag erlitten hatte.

Die indonesische Wirtschaft verzeichnet Wachstumsraten von 6,3% (2007). Das Pro-Kopf-Einkommen im Jahr beträgt circa 3.400 USD.

Landwirtschaft ist mit 12,4% (Reis, Maniok, Kakao, Kaffee, Palmöl), Industrie mit 47,7% (Nahrungsmittel, Petroleum, Textilien, Tourismus), Dienstleistungen mit 39,9% an den Wirtschaftszweigen beteiligt.

Das Unternehmen „Freeport“ leitet die Goldmine in West-Papua und ist größter Steuerzahler, der größte Investor und der größte Arbeitsgeber Indonesiens.

Die Bevölkerung von Indonesien ist recht jung und vergleichsweise gut ausgebildet. Die Arbeitslosenquote ist niedrig, unterscheidet sich jedoch zwischen den Regionen. Die Lebensqualität ist sehr ungleich verteilt, in Java relativ hoch, in West-Papua hingegen sehr niedrig. Die Alphabetisierungsrate liegt derzeit bei 86,3%. Circa 17,8% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze, auch diese Zahl schwankt je nach Provinz. Indonesien erhält nach wie vor große finanzielle Unterstützung im Rahmen der internationalen Entwicklungshilfe.

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