Flora und Fauna in Indonesien

Flora und Fauna in Indonesien
Überwältigende Blütenvielfalt im Regenwald

Zahlen, Fakten & Daten
Bis 2020 sollen in Indonesien rund 20 Millionen Hektar von Ölpalmen bedeckt sein.
2022 könnten 98% des indonesischen Waldes verschwunden sein.
Indonesien hat die längste Liste der vom Aussterben bedrohten Arten der Welt.

Der Inselstaat weist einen der größten und artenreichsten Regenwaldbestände auf, doch selbst im Angesicht dieser Vielfalt und Exotik zeigt der Mensch wenige Ambitionen, diese zu schützen. Dem Sterben des Regenwaldes, welches in Sumatra bereits die Hälfte der Fläche dahingerafft hat, versucht man mit einem Platz auf der UNESCO-Liste als Naturdenkmal zu begegnen (z.B. Gunung-Leuser-Nationalpark). Der Verlust des Urwaldes hat drastische Auswirkungen auf den Klimawandel; der Weltklimarat IPCC schreibt Indonesien 17% der weltweiten Emissionswerte zu, während Greenpeace allein im Falle Sumatra von einem 20%igen Anteil spricht. Damit avanciert Indonesien zum drittgrößten Produzenten von Treibhausgasen. Durch die Rodung wird der Lebensraum von Nashörnern, Tigern, Elefanten und Orang-Utans bedroht, die nun dem Platzhunger des industriellen Anbaus von Ölpalmen weichen müssen. Der Einsatz von Pestiziden verseucht langfristig den Boden. Auch die illegale Brandrodung einheimischer Bauern stellt ein Problem dar, dem man bisher erfolglos zu begegnen versucht.

Diese ersten Sätze sollten dich aber nicht abschrecken, im Gegenteil, die Wanderung durch den Dschungel wird wohl zu deinem größten Reiseabenteuer gehören. Erst wenn du dich stundenlang durch das Labyrinth aus Pflanzen geschlängelt hast, wirst du das grüne Universum lieben lernen – und danach vielleicht auch Ideen zu seiner Rettung haben!

Flora

Flora und Fauna in Indonesien

Eine biologische Trennlinie (die sogenannte Wallace-Linie) markiert den Übergang von asiatischer zu australischer Flora-Fauna-Charakteristik. Sie verläuft zwischen Borneo und Sulawesi, vorbei an der Straße von Makassar und Lombok, bis hin zum südöstlichen Teil der Philippinen. Es gibt noch weitere Trennungslinien, die die einzelnen Inselgruppen Indonesiens voneinander abgrenzen: Die Linien, die durch die Seestraße von Maluku und Sulawesi sowie von der Westküste Australiens bis zur Küste West-Neuguineas verlaufen. Indonesien hat demnach verschiedene Vegetationszonen: Auf Timor finden sich savannenähnliche Trockengebiete, auf Borneo tropische Regenwälder, auf den Bergen von West-Papua liegt Schnee, entlang der Flüsse von Sumatra hat sich fruchtbares Schwemmland gebildet und Bali säumen weiße Strände.

Farne, Flechten und Sträucher stemmen sich gegen den Straßenrand, dazwischen deuten sich erste bemooste Lianen an, die sich um Brettwurzler winden und Akazien säumen, darüber thront ein ausladendes Blätterdach – der Dschungel ist üppig und saftig. Aus dem Boden sprießen Schwindlinge und schwarzer Mehltau, darüber staffeln sich Sandelholz, Ebenholz, Palembang-Holz, Merbau aus West-Neuguinea und Teakholz aus Java. In Sumatra kann man die größte Blume der Welt, die Rafflesia arnoldii, besichtigen. Diese stiel- und blattlose Riesenblume blüht nur zu bestimmten Zeiten und dann auch nur für etwas mehr als eine Woche. Eine weitere florale Superlative ist die Amorphophallus tatinum, der größte bekannte Blütenstand der Welt und ebenfalls in Sumatra heimisch.

Indonesien präsentiert seinen Besuchern eine Vielzahl von Orchideen in jeder Form, die größte unter ihnen ist die Tiger-Orchidee. Die kleinste trägt den Namen Taeniophyllum und wird von den Einheimischen als Medizin verwendet. Eine Nationalblume ist die Melati, eine weißfarbene Blume, die eine große Rolle bei indonesischen Zeremonien spielt. Auch andere Pflanzen wie Kakao, Kaffee, Bananen, Durian, Papaya und Vanille sind im täglichen Leben der Indonesier permanent präsent.

Fauna

Orang-Utans auf Sumatra, Indonesien
Orang-Utans auf Sumatra, Indonesien

Durch die geografische Geschichte Indonesiens (Java, Sumatra, Kalimantan und Bali waren einst mit dem asiatischen Festland verbunden, während Neuguinea zu Australien gehörte), ist die Fauna des Landes sehr unterschiedlich. Das Baumkänguru beispielsweise findet sich ausschließlich in West-Neuguinea und der Sumatra-Tiger, übrigens der kleinste seiner Art und mit circa 250 Exemplaren vom Aussterben bedroht, versteckt sich nur in sumatrischen Wäldern bzw. im Barisan-Selatan-Nationalpark. Java ist Heimat der Banteng, der wilden Stiere, Kalimantan gibt den Süßwasser-Delfinen ebenso Lebensraum wie den Rüsselaffen. Der Komodo-Waran ist mit drei Metern Länge der größte Waran der Welt und auf den Komodo-Inseln ansässig. Andere Artgenossen wie Echsen, Agamen und Geckos tauchen überall in Indonesien auf. Auf Sulawesi lebt das Babi rusa (Hirschschwein) und der Anoa (Zwergbüffel), ebenso die Zibet-Katze, die mit ihrer Verdauung zur Veredlung von Kaffeebohnen herangezogen wird. Vor allem West-Neuguinea und Maluku beherbergen eine Vielzahl prächtiger Vogelarten wie den flugunfähigen Kasuaren und den mächtigen Nashornvogel. Auch bekannte Vögel wie Reiher, Falken und Adler fliegen durch den indonesischen Himmel.

Das bekannteste Tier Indonesiens ist der Orang-Utan (der „Waldmensch“), der dir in den Wäldern von Sumatra und Kalimantan begegnen wird. Die Regierung hat gemeinsam mit dem World Wildlife Fund (WWF) ein Orang-Utan-Rehabilitations-Center eingerichtet, um die Tiere vor Kahlschlag und Gefangenschaft zu bewahren und ihnen die Rückkehr in die Wildnis zu ermöglichen. Andere Affenarten sind Makaken, Grauaffen und Longtailaffen.

Dem WWF zufolge befinden sich an den Küsten von Indonesien 75% aller bekannten Korallenarten und mehr als 3000 Fischarten. Indonesien gehört damit zu Recht zu den schönsten (und günstigsten) Tauchregionen der Welt. Selbst mit dem Schnorchel wird man die größten Wunder des Ozeans ganz nah erleben können: Wrassen in allen Variationen, prunkvoll gefächerte Feuerfische, Skorpionfische, Aale, gigantische Thunfische, zierliche Anemonenfische, schreckenerregende Steinfische, akkurat gestreifte Halfterfische, Drückerfische mit mechanisch rotierenden Glubschaugen, Scharen an Schmetterlingsfischen, Muränen im schwarz-gelb gepunkteten Schuppenkleid. Auch Schildkröten, Haie und Rochen wird man zu Gesicht bekommen. Aber keine Sorge! Die Meeresbewohner haben zu viel Angst vor einem vorbeischwimmenden Fremdling, als dass sie zur Gefahr werden könnten. Dennoch gilt, dass weder Korallen, noch Pflanzen oder Tiere unter Wasser angefasst werden dürfen.

Gleiches trifft für Flora und Fauna auf dem Lande zu. Falls du also eine Trekkingtour machst und dir dabei Tiere begegnen, achte auf die Anweisungen deines Guides, verhalte dich ruhig, versuche weder zu flüchten, noch sie anzufassen. Die meisten Gebiete, in denen du wandern wirst, sind Nationalparks, das heißt, die Pflanzenbestände sind geschützt und sollten daher nicht von dir mutwillig zerstört werden. Lass keinen Müll liegen und zupfe dir keine Orchidee für dein privates Blumenbeet heraus.

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