Politik und Wirtschaft in Indien

Staatsform und Wahlen

Indien definiert sich in seiner Verfassung als eine sozialistische, säkulare und demokratische Republik und gilt als größte Demokratie der Welt. Der föderale Staat setzt sich aus 28 Bundesstaaten sowie sieben Unionsterritorien zusammen. Während die Bundesstaaten mit eigenen Kompetenzen ausgestattet sind, unterstehen die Unionsterritorien der Zentralregierung. Die 1950 in Kraft getretene Verfassung ist mit 395 Artikeln ebenfalls die umfangreichste der Welt und enthält u.a. eine Garantie für das allgemeine Wahlrecht und einen Menschenrechtskatalog, der die Gleichheit vor dem Gesetz verspricht. Demnach ist eine Diskriminierung nach Geschlecht, Religion oder Kaste untersagt.

Das indische Parlament besteht aus zwei Kammern mit 245 (Oberhaus) bzw. 543 (Unterhaus) Mitgliedern. Die Parlamentarier des Oberhauses werden alle sechs Jahre, die des Unterhauses alle fünf Jahre neu gewählt. Die Hauptaufgaben des Parlaments liegen in der Gesetzgebung und in der Kontrolle der Regierung. Der Staatspräsident ist trotz seiner ausschließlich repräsentativen Funktion das Staatsoberhaupt des Landes und wird von einem gemeinsamen Gremium der Abgeordneten für eine Amtsdauer von fünf Jahren gewählt. Der Staatspräsident hat das Oberkommando über die militärischen Streitkräfte und die Macht, die demokratischen Freiheiten der Bürger stark einzuschränken. Der indische Premierminister steht im Machtzentrum und ist in der Lage das Parlament aufzulösen. Das Parlament kann seinerseits dem Premier wiederum ein Misstrauensvotum aussprechen, um ihn zu stürzen.

Indiens Parteienspektrum ist sehr vielfältig. Aktuell sind sechs nationale, 51 regionale sowie 160 sonstige Parteien an der politischen Willensbildung des Landes beteiligt. Die bedeutendsten Parteien sind die Kongresspartei, die sich für die Trennung zwischen Religion und Politik einsetzt, die Partei der Hindu-Nationalisten (BJP), die eine einheitliche indische Kulturnation unter Dominanz des Hinduismus erschaffen will, sowie die Kommunistische Partei. Zuletzt genannte Partei setzt sich für Mindestlöhne, Kapitalkontrolle sowie Landreformen ein.

Wirtschaft

Die Öffnung des Weltmarktes und die Privatisierung zahlreicher Unternehmen Anfang der 90er Jahre hat dazu geführt, dass die indische Wirtschaft Wachstumsraten von mehr als sieben Prozent verzeichnen konnte und damit neben China über das zweitgrößte Wirtschaftswachstum weltweit verfügt. Angesicht des hohen Defizits im Staatshaushalt und des starken Stadt-Land-Gefälles gehört Indien dennoch zu den Entwicklungsländern.

Die Hälfte der indischen Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Demnach spielt die Landwirtschaft eine herausragende Rolle für Indiens Wirtschaft. Zu den Hauptanbauprodukten gehören Reis, Hirse, Weizen sowie Zuckerrohr und Obst. Exportiert werden vor allem Tee, Baumwolle, Kaffee und Pfeffer. Besonders reich an Bodenschätzen ist Indien an Eisenerzen, Kohle, Erdöl und Mangan.

Auch die Bio- und Informationstechnologie hat eine große Bedeutung für die indische Industrielandschaft. Gleiches gilt für den Pharmabereich und zunehmend auch für die Weltraumforschung sowie Automobilindustrie. Die Zentren der Textilindustrie befinden sich in Mumbai und Ahmadabad. Im Dienstleistungsbereich sind die Filmindustrie sowie Kommunikationsdienstleistungen ein wichtiger Träger der Wirtschaft. Die Tourismusbranche ist die zweitgrößte Devisenquelle Indiens und mehr als sechs Prozent der indischen Bevölkerung arbeiten im Tourismussektor. Etwa drei Millionen ausländische Touristen reisen jährlich in das Land zu Kultur- und Bildungsreisen, aber auch zu Natursafaris oder um an den weitläufigen Stränden von Goa und den Küstengebieten im Osten zu entspannen.

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