Politik und Wirtschaft in Ecuador

Staatsform und Wahlen

Politik und Wirtschaft in Ecuador

Ecuador ist seit 1979 eine präsidiale Republik mit repräsentativer Demokratie und einem Mehrparteiensystem. Das Land hat bundesstaatlichen Charakter und ein zentralisiertes politisches System. Die politische Macht liegt beim Präsidenten. Dieser ist gleichzeitig Staatsoberhaupt und Regierungschef und damit an der Spitze der vollziehenden Gewalt. Die Regierung und Nationalversammlung üben gemeinsam die gesetzgebende Gewalt aus. Die rechtsprechende Gewalt ist von den anderen Gewalten verfassungsgemäß unabhängig.

Bei der Gestaltung der Politik spielen die nicht immer deckungsgleichen Interessen der beiden großen Regionen des Hochlandes ("Sierra", politisches Zentrum: Quito) und "Costa" (Tiefland, politisches Zentrum: Guayaquil) eine große Rolle. Generell herrscht im politischen Leben weitgehend Instabilität und wenig Kontinuität. Das zeigt sich auch darin, dass das Land, das erst 178 Jahre unabhängig ist, schon seine 20. Verfassung hat. Ein Grundvertrauen in Parteien und Parlamente ist in der Bevölkerung kaum vorhanden. Oftmals schwingt bei politischen Entscheidungen der Verdacht einer individuellen Bereicherung mit. Ein gewisser Einfluss des Militärs auf politische Entscheidungen kann weder in Vergangenheit noch Gegenwart geleugnet werden.

Wirtschaft

Gemäß dem Bruttoinlandsprodukt in Höhe von 4500 US-Dollar ist Ecuador nach Bolivien das zweitärmste Land Südamerikas. Die Wirtschaft des Landes ist stark von der Erdölproduktion abhängig, die fast 60% der Exporterlöse einbringt. Weiterhin exportiert Ecuador Kakao, Kaffee und Bananen. Das Land ist außerdem der weltweit viertgrößte Exporteur von Schnittblumen. Ecuador besitzt nicht in ausreichendem Maße Raffineriebetriebe, so dass Diesel und Benzin importiert werden müssen, was etwa ein Viertel aller Importe des Landes ausmacht. Der US-Dollar ist seit dem Jahr 2000 offizielle Währung. Zuvor war dies der Ecuadorianische Sucre. Die Inflationsrate liegt seut dem vergleichsweise stabil bei etwa 5,5%. In den letzten Jahren hat sich der Tourismus zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig entwickelt.

Etwa ein Fünftel der ecuadorianischen arbeitsfähigen Bevölkerung lebt und arbeitet im Ausland, hauptsächlich in Spanien und den USA. Dieses Phänomen ist als nennenswerte Emigrationsbewegung der neueren Geschichte einzuordnen. In New York leben 600.000 Ecuadorianer – man könnte diese Gruppe als die "drittgrößte Stadt Ecuadors" bezeichnen. Die Geldsendungen der Ecuadorianer aus dem Ausland fallen in der Wirtschaft des Landes durchaus ins Gewicht.

Anfang der neunziger Jahre wurde der Handel durch den damaligen Präsidenten Ecuadors stark liberalisiert. Unter anderem wurden die Zölle entscheidend gesenkt und ausländische Investitionen erleichtert. Ecuador ist inzwischen Mitglied der WTO.

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Ecuador


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